Polizei

Berlins Reiterstaffel zieht nach Stahnsdorf

Die berittene Bundespolizei ist weiter in Berlin im Einsatz, kommt aber nun im Brandenburgischen unter.

Polizeipferde stehen in Stahnsdorf (Brandenburg) neben dem Richtkranz für die Dienstgebäude der berittenen Bundespolizei. 6,8 Millionen werden in Stallungen und Dienstgebäude investiert.

Polizeipferde stehen in Stahnsdorf (Brandenburg) neben dem Richtkranz für die Dienstgebäude der berittenen Bundespolizei. 6,8 Millionen werden in Stallungen und Dienstgebäude investiert.

Foto: Bernd Settnik / ZB

Stahnsdorf/Berlin.  Die Pferde der Bundespolizei bekommen mehr Platz. Die Reiterstaffel soll im nächsten Jahr komplett aus Berlin ins Brandenburgische umziehen. Nach Stahnsdorf südwestlich der Hauptstadt. Dort wurde am Dienstag Richtfest für die Neubauten gefeiert. Auf einem bundeseigenen Gelände am Nordende der Heinrich-Zille-Straße entsteht auf 15.000 Quadratmetern ein Dienstgebäude mit Büros und Sanitär- und Umkleideräumen für die Mitarbeiter. Außerdem ist ein Stall für 28 Pferde mit angeschlossener Schmiede geplant. Die Reithalle kommt in ein drittes Gebäude. Ursprünglich sollte bereits im August 2014 mit dem Bau begonnen werden, der Start verzögerte sich auf Anfang dieses Jahres.

„Behördliche Vorgaben und eine umfangreichere Munitionsberäumung auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz der DDR waren Gründe für den späteren Baubeginn“, sagt Jens Schobranski, Sprecher der Bundespolizei.

Rund 6,8 Millionen Euro

sollen investiert werden

Derzeit sind die Pferde auf einer Liegenschaft des Landes Berlin an der Koenigsallee in Berlin-Grunewald untergebracht. Dort ist wenig Platz. Wir mussten deshalb einige in einer privaten Pferdepenion unterstellen“, sagt Schobranski. „Die Bedingungen werden sich also deutlich verbessern.“ Mit den rund 6,8 Millionen teuren Neubauten ist das klare Bekenntnis zur Reiterstaffel verbunden. „Wir halten an ihr fest“, betont der Sprecher. „Die Staffel ist ein bewährtes Einsatzmittel.“

Die berittenen Beamten werden in zahlreichen Aufgabenbereichen der Bundespolizei eingesetzt. Regelmäßig sind sie im Regierungsviertel in Berlin unterwegs. Zum Schutz des Bundespräsidial- und Bundeskanzleramtes oder der Ministerien. Sie überwachen Atommülltransporte, überblicken bei Demonstrationen von ihrer erhöhten Position aus die Lage. „Sie bewähren sich bei Einsätzen auf unwegsamen Wegen“, sagt Schobranski. An Bahnanlagen etwa. Dort sollen sie den Diebstahl von Buntmetall verhindern oder Graffiti-Sprayer stören. „Die Tiere haben eine hohe Beweglichkeit. Überall dort, wo man mit dem Auto, dem Rad oder zu Fuß nicht gut vorankommt, können sie sich schnell bewegen.“

24 Pferde und 43 Reiter

Zum Tross gehören momentan 24 Pferde sowie 43 Polizeireiter, Tierpfleger und ein Hufschmid. 2002 hatte der damalige Grenzschutz die einst 44 Dienstpferde und Mitarbeiter von der Berliner Polizei übernommen. Inzwischen ist die Staffel geschrumpft, die Liegenschaft in Spandau wurde bereits Ende 2009 aufgegeben.

Auf der Suche nach einem neuen Standort wurden der Bundespolizei zahlreiche Objekte angeboten. „Stahnsdorf stellte sich als beste Möglichkeit heraus“, so der Polizeisprecher. „Es gibt dort auch genügend Freiflächen für Ausritte und Platz für Futter- und Streulager.“ Der einstige Truppenübungsplatz zu DDR-Zeiten gehört der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Die Bundesanstalt ist auch Bauherrin.

Bürgermeister hofft auf Aufschwung

Stahnsdorfs Bürgermeister Bernd Alberts (Bürger für Bürger) freut sich über die Ansiedlung. Die Gemeinde hatte sich Mitte 2010 um die Unterbringung der Reiterstaffel beworben. Albers hofft, dass sich mit der Reiterstaffel der Bekanntheitsgrad seiner Gemeinde steigert. Stahnsdorf gehört mit Kleinmachnow und Teltow zu einer der schnellstwachsenden Region in ganz Deutschland. In der Gemeinde hatte es anfangs nicht nur Befürworter, sondern auch Widerstand gegen die Ansiedlung der Reiterstaffel gegeben. Anwohner hatten Angst, die Polizeipferde könnten die Teltowkanalaue zertrampeln. Der Erholungsraum werde durch die Pferde nicht in Mitleidenschaft gezogen, versicherte der Bürgermeister.

Auch wenn die Reiterstaffel nur noch aus wenigen eigens ausgebildeten Polizisten und Pferden besteht – über Nachwachs kann sie offenbar nicht klagen. „Die Staffel ist ein beliebter Bereich“, sagt der Polizeisprecher. „Sobald ein Posten frei ist, gibt es genügend Bewerbungen.“ Die meisten kämen von Frauen.