Drogen

Zahl der Konsumenten von Crystal Meth in Brandenburg steigt

Deutlich mehr Menschen haben in Brandenburg im vergangenen Jahr zur schnell süchtigmachenden Droge gegriffen.

Eine Mitarbeiterin des Zollfahndungsamtes Dresden zeigt während einer Pressekonferenz sichergestelltes N-Methylamphetamin - besser bekannt als Crystal Meth

Eine Mitarbeiterin des Zollfahndungsamtes Dresden zeigt während einer Pressekonferenz sichergestelltes N-Methylamphetamin - besser bekannt als Crystal Meth

Foto: Arno Burgi / dpa

Die Droge Crystal Meth wird nach Erfahrungen der Brandenburger Landesstelle für Suchtfragen immer öfter konsumiert. Alkohol stehe aber nach wie vor an erster Stelle, hieß es am Mittwoch in Potsdam. Im vergangenen Jahr sei die Zahl der Erstkonsumenten von Crystal Meth im Vergleich zu 2013 von 148 auf 205 gestiegen, sagte Michael Leydecker, ehrenamtlicher Vorstand der Landesstelle, im Landtagsausschuss für Soziales. Allein in der Beratungsstelle Senftenberg sei es bei einem Viertel der etwa 500 Fälle um den Gebrauch von Crystal Meth gegangen.

Die synthetische Substanz in kristalliner Form gehört zur Gruppe der Amphetamine und macht schnell süchtig. Sie wirkt aufputschend, vertreibt Müdigkeit, Durst und Hunger. Längerer Konsum kann zu schweren körperlichen und psychischen Schäden führen. Die Droge lässt sich billig und relativ einfach herstellen.

Nach Ansicht von Sozialministerin Diana Golze (Linke) gibt es vermutlich eine große Dunkelziffer von Abhängigen. Es sei wichtig, bereits in den Schulen über die Gefahren aufzuklären. Schüler und Eltern müssten erreicht werden.

Drei Tage durchtanzen

Die Substanz sei mittlerweile Trend bei Jugendlichen. Offenbar wollten sie ihre Leistungen steigern oder einmal drei Tage durchtanzen, sagte Leydecker. Auch Alleinerziehende oder Führungskräfte wollten damit Stress lindern.

2012 habe der Anteil der Crystal Meth-Konsumenten in den Beratungsstellen der Landesstelle bei drei Prozent gelegen, ein Jahr später bereits bei fünf Prozent. Insbesondere der Süden des Landes mit den Landkreisen Oberspreewald-Lausitz und Elbe-Elster sowie die Region um Cottbus seien betroffen. Wichtig sei ein engmaschiges Netz der Betreuung der Suchtkranken.