Kriminalität

Einbrecher kommen im Berliner Umland mit Gasbrennern

Einbrecher arbeiten mit immer neuen Maschen. Rund um Berlin machen sie sich Schwachstellen von Kunststoff-Fensterrahmen zunutze.

Aufhebeln ist nicht mehr notwendig, die Einbrecher kennen neue Tricks, um Fenster aufzubekommen

Aufhebeln ist nicht mehr notwendig, die Einbrecher kennen neue Tricks, um Fenster aufzubekommen

Foto: McPHOTOs / picture alliance / blickwinkel/M

Potsdam.  Haus- und Wohnungseinbrecher gehen im Berliner Umland vermehrt mit einer raffinierten Masche auf Beutezug. Die Täter brennen und bohren im Bereich der Tür- und Fenstergriffe Löcher in die Kunststoffrahmen. „Mit einem Werkzeug wird dann der Schließmechanismus betätigt, sofern die Fenstergriffe nicht abgeschlossen sind“, warnte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Brandenburg.

Vermutlich benutzen die Täter dazu Gaslötgeräte oder Gasbrenner. „Abgeschlossene Fenstergriffe sind ein sehr wirksames Mittel gegen diese Einbruchsmethode“, empfehlen die Experten der Polizei.

In Brandenburg gilt weiterhin der sogenannte Speckgürtel um Berlin als Schwerpunkt für Einbrüche. Im Augenblick suchen die Täter vor allem die Orte heim, die im Norden und Nordosten an Berlin grenzen. „Erfahrungsgemäß verlagern sich solche Schwerpunkte allerdings nach einer gewissen Zeit wieder auf andere Regionen“, sagte der Sprecher des Polizeipräsidiums.

Täter häufig zwischen Berlin und Brandenburg unterwegs

Bundesweit steigen die Einbruchszahlen seit Jahren in die Höhe. In Brandenburg hingegen kam es im vergangenen Jahr zu keinem weiteren Anstieg. Die Kriminalstatistik weist wie schon 2013 rund 4000 Fälle aus. Die meisten davon lagen im Berliner Speckgürtel – rund 2300 der Taten. Nur knapp jeder fünfte Fall wird aufgeklärt.

Häufig sind die Täter zwischen Berlin und Brandenburg unterwegs. Um länderübergreifend schneller reagieren zu können, hat die Polizei ihre gemeinsame Ermittlungsgruppe (GEG) um vier Beamte auf 18 Ermittler aufgestockt. Die Einheit ist seit zehn Jahren im Einsatz. Oft sind professionelle Banden aktiv, nicht selten aber auch Gelegenheitstäter, die eine offene Balkontür oder ein gekipptes Fenster ausnutzen.

Hochsaison haben Einbrecher in der dunkleren Jahreszeit. Rund um den Tag des Einbruchsschutzes am 25. Oktober – dann werden die Uhren auf die Winterzeit umgestellt – verstärkt daher auch die Brandenburger Polizei ihre Beratungen nochmals. Dabei werden Infomobile eingesetzt, um vor Ort auf Entwicklungen zu reagieren.

Fenster sind häufig nicht gut genug gesichert

Zu den Zielen der Kampagne gehört auch die Information über technische Möglichkeiten, mit denen Fenster und Türen gesichert werden können. Die Polizei ist überzeugt, dass solche Maßnahmen ihre Wirkung zeigen. Die Experten belegen dies mit der steigenden Zahl gescheiterter Einbrüche.

Um auf den Einzelfall abgestimmt die richtigen Maßnahmen empfehlen zu können, schickt die Polizei auch Berater in die Häuser und Wohnungen der Brandenburger. Die Beamten schauen sich Fenster und Türen sowie deren Sicherung an und geben Ratschläge, was verbessert werden müsste.

Die Aktion ist Teil der Öffentlichkeitskampagne „K-Einbruch“. Die Polizei arbeitet dabei bundesweit mit Partnern aus der Versicherungswirtschaft, Industrieverbänden sowie mit Herstellern von Sicherheitseinrichtungen zusammen. Schirmherr der Initiative ist Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU).

Auf einer Internetseite gibt es Informationen für Sicherungseinrichtungen, ein „interaktives Haus“ mit Tipps zu geeigneten Schutzmaßnahmen. Schon Kleinigkeiten sind oft sehr wirksam. So sollten Türen immer abgeschlossen werden. Auch das Verschließen von Fenstern sowie Balkon- und Terrassentüren sei unverzichtbar, sagt die Polizei und betont: „Gekippte Fenster sind offene Fenster.“

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