Zehdenick

Kommunen wehren sich gegen Erdgassuche

Sorge um Natur und Landwirtschaft – Firma verkleinert das Areal in Nordbrandenburg, weil die Betroffenen sich zur Wehr gesetzt haben.

Eine Erdgaserkundungsbohrung in Brandenburg

Eine Erdgaserkundungsbohrung in Brandenburg

Foto: Bernd Settnik / dpa

Zehdenick/Märkisch Buchholz.  In einigen Brandenburger Ecken wird nach Erdöl und Erdgas gesucht. Gegen ein Projekt bei Zehdenick haben sich betroffene Kommunen gewehrt – mit Erfolg. Das Erkundungsfeld wurde jetzt verkleinert.

Es hatte öffentliche Kritik an dem Projekt im Norden Brandenburgs gegeben. In dessen Folge hat nun eine niederländische Firma die Erkundungsfläche deutlich verringert und einen neuen Antrag gestellt. Das sogenannte Erlaubnisfeld „Zehdenick Nord“ ist nun nur noch rund 370 statt 900 Quadratkilometer groß, wie aus der Antwort von Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) auf eine parlamentarische Anfrage hervorgeht.

Unterdessen laufen auch Planungen für die Suche nach Erdgas in Märkisch Buchholz (Dahme-Spreewald).

„Risiken im üblichen Bereich“

Unter Schutz stehende Bereiche wurden demnach aus dem Feld „Zehdenick Nord“ ausgeklammert. Die Gebiete der Ämter Gerswalde, Gramzow und der Gemeinde Boitzenburger Land in der Uckermark sind nun nicht mehr betroffen. In Märkisch Buchholz ist die Fläche rund 50 Quadratkilometer groß, wie aus der Antwort Gerbers auf eine weitere Anfrage deutlich wird. Der Standort liegt innerhalb des Landschaftsschutzgebietes „Dahme-Heideseen“, aber nicht innerhalb eines Biosphärenreservates oder eines Naturschutzgebietes.

Die Landesregierung stehe der Gewinnung von Kohlenwasserstoffen (sind unter anderem in Erdgas und Erdöl enthalten) positiv gegenüber, betonte der Minister. Als Gründe nannte er neue Arbeitsplätze und Steuereinnahmen. Außerdem mindere die Erschließung von Rohstoffen in der Region die Importabhängigkeit. „Mögliche Risiken bewegen sich im üblichen Bereich industrieller Unternehmungen und Fertigungsprozesse“, sagte er.

„Schwerwiegende Beeinträchtigungen“

Zum Vorhaben „Zehdenick Nord“ hatten 16 sogenannte Träger öffentlicher Belange – darunter Landkreise und Kommunen sowie Ämter und Behörden – beim Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) eine Stellungnahme abgegeben. Sieben Träger lehnten laut Wirtschaftsministerium das Verfahren ab oder äußerten Bedenken. Es wurden „schwerwiegende Beeinträchtigungen“ von Natur und Landschaft sowie negative Auswirkungen auf den Tourismus in der Region befürchtet. Im vergangenen Jahr liefen in Brandenburg laut Potsdamer Ministerium knapp 20 Bergbauprojekte, bei denen es um die Gewinnung von Kohlenwasserstoffen geht. Sie sind in Erdöl, Erdgas, Kohle und anderen fossilen Stoffen enthalten.