Enthüpft

Polizei jagt Känguru in Brandenburg

| Lesedauer: 2 Minuten

Polizisten, ein Tierarzt und Anwohner haben in Teltow-Fläming stundenlang ein Buschkänguru gejagt. Erst Betäubungspfeile konnten es stoppen.

Ein umherspringendes Buschkänguru hat die Polizei im Landkreis Teltow-Fläming stundenlang auf Trab gehalten. Unter anderem Polizisten, ein Veterinärmediziner sowie Anwohner versuchten am Montag in Frankenförde, das Tier einzufangen. Schließlich wurde es mit Betäubungspfeilen vorübergehend außer Gefecht gesetzt, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Wem das Tier gehört, ist bisher unbekannt. Es wurde bei einer Pflegefamilie untergebracht.

Eine Einwohnerin des Dorfes hatte das umherhüpfende Tier am frühen Montagmorgen zuerst gesichtet. Als die Polizei eintraf, war das etwa ein Meter große Känguru in einem Maisfeld verschwunden. Später wurde es von einem Anwohner in der Nähe einer Rinderkoppel gesichtet - danach folgte die stundenlange „Such- und Fangaktion“.

Der Polizeieinsatz sei nötig gewesen, weil "Skippy" "intensiv den dort ansässigen Nutztierbestand" verunsichert habe. Das etwa ein Meter große Tier sei jedoch vor Eintreffen der Beamten in einem Maisfeld verschwunden. Die folgende Such- und Fangaktion habe sich über mehrere Stunden hingezogen, hieß es weiter. Einem Tierarzt sei es dann gegen 15.30 Uhr gelungen, das Känguru mit Betäubungspfeilen außer Gefecht zu setzen.

Nicht das einzige enthüpfte Känguru

Auch im Sauerland hüpft das herrenlose Känguru „Skippy“ noch immer durch die Gegend. Hin und wieder werde es gesichtet, zuletzt in der Nacht zum vergangenen Samstag, sagte ein Polizeisprecher im Hochsauerlandkreis zu Wochenbeginn. „Aber wir wissen nach wie vor nicht, wo es ist und wo es herkommt.“ Das von den Medien auf den Namen „Skippy“ getaufte Tier hüpft bereits seit Anfang Juli durch das Sauerland. Wiederholt wurde es rund um Olsberg gesichtet.

Ein Känguru hat nach Ansicht des Berliner Zoo-Tierarztes André Schüle durchaus eine Überlebenschance in der Region. „Theoretisch und praktisch ja“, sagte der Fachmann aus Brilon der „Westfalenpost“. „Die Tiere können sich den jeweiligen Gegebenheiten vor Ort sehr gut anpassen.“ Es gebe viele Beispiele von Tieren, die in Deutschland und Europa ausgesetzt worden seien und über Jahre den Witterungsverhältnissen stand gehalten und sich sogar vermehrt hätten.

Grundsätzlich sei es natürlich möglich, Kängurus einzufangen. „Aber ich würde davor warnen, es mal eben so festhalten zu wollen.“ Kängurus könnten sich sehr gut verteidigen, hätten ein gutes Gebiss und können ordentlich kratzen und treten. „Um das in den Griff zu kriegen, bräuchte man zehn Hände. Es wäre sinnvoller, es zu betäuben.“

( dpa )