Brandenburg

"Panzerknacker"-Bande zu hohen Haftstrafen verurteilt

Die sieben Angeklagten hatten Panzerschränke aufgebrochen und Geldautomaten gesprengt. Sie waren vor allem in Brandenburg aktiv.

Eine Bronzestatue der römischen Göttin der Gerechtigkeit, Justitia, mit einer Waage und einem Richtschwert in der Hand

Eine Bronzestatue der römischen Göttin der Gerechtigkeit, Justitia, mit einer Waage und einem Richtschwert in der Hand

Foto: Arne Dedert / dpa

Das Landgericht Potsdam hat am Sonnabend hohe Haftstrafen gegen sieben Mitglieder der sogenannten „Panzerknacker“-Bande verhängt. Wegen schweren Bandendiebstahls wurden die sieben Angeklagten zu Freiheitsstrafen zwischen zweieinhalb Jahren und acht Jahren verurteilt. Das teilte eine Gerichtssprecherin mit.

Von den sieben Angeklagten waren noch sechs in Haft. Für drei von ihnen sei der Haftbefehl außer Vollzug gesetzt worden, sagte die Gerichtssprecherin. Die anderen drei müssen im Gefängnis bleiben.

In der Anklageschrift war den Männern vorgeworfen worden, von 2010 bis 2013 Panzerschränke aufgebrochen und Geldautomaten gesprengt zu haben. Sie sollen vor allem in Brandenburg, aber auch in Berlin und Thüringen aktiv gewesen sein.

Ungewöhnlich ist die Tatsache, dass die Urteile an einem Sonnabend gesprochen wurden. Das bestätigte die Gerichtssprecherin. Ursprünglich sollten sie nach zehn Monaten Verhandlung am Freitag ergehen, doch seien Prozessbeteiligte verhindert gewesen. So hätten sich alle schließlich auf den Sonnabend verständigt.

Mindestens 23 Übergriffe

Die Männer waren im August 2013 gefasst worden. Fast 100 Beamte, darunter Spezialeinheiten, waren im Einsatz, um die Tätergruppe aus Potsdam und Berlin dingfest zu machen. Sie waren damals zwischen 21 und 58 Jahre alt und sollen für mindestens 23 Übergriffe auf Panzerschränke und Geldautomaten in Berlin, Brandenburg und Thüringen verantwortlich sein. Dabei sollen sie nach damaligen Angaben der Staatsanwaltschaft Potsdam Bargeld und Schmuck im Wert von mehr als 300.000 Euro erbeutet haben.

Bevorzugt waren die Männer wiederholt in Geschäfte, Cafés und Autohäuser eingestiegen. Dort knackten sie die Panzerschränke entweder gleich oder stahlen sie. Als lukratives Nebengeschäft hatten es die Sieben auch auf Geldautomaten in Berlin und Brandenburg abgesehen. Immer pumpten sie ein Gasgemisch in die Automaten hinein und sprengten sie. Dabei sind die Schalterräume von Banken und Sparkassen verwüstet worden. Es entstand hoher Sachschaden.

Bei Wohnungsdurchsuchungen in Berlin, Potsdam und Wiesbaden wurden 2013 jede Menge Tatwerkzeuge, mehr als 8000 Euro in Bar und Schmuck gefunden.

Verteidiger wollten Freispruch

Die Staatsanwaltschaft hatte für die Angeklagten Haftstrafen zwischen elf und drei Jahren verlangt, die Verteidiger mildere Strafen beziehungsweise Freispruch gefordert. (dpa/sei)