Brandenburg

Mädchen sterben bei Feuer in alter Fabrikhalle

Nach einem Brand in einer ehemaligen Fabrik hatten Feuerwehrleute zwei verkohlte Leichen entdeckt. Es handelt sich bei den Toten um zwei vermisste 18-jährige Mädchen.

Als Ende Januar im südbrandenburgischen Forst (Spree-Neiße) zwei 18 Jahre alte Mädchen als vermisst gemeldet wurden, hoffte die Polizei noch auf „jugendliche Ausreißerinnen“, die nach einiger Zeit nach Hause zurückkehren würden. Diese Hoffnung wurde inzwischen allerdings zerstört. Seit Mittwoch steht fest, dass die beiden Mädchen bei einem Brand in einer stillgelegten Fabrikhalle in Forst ums Leben kamen. Unsachgemäßer Umgang mit Feuer habe zum Tod der beiden 18-Jährigen geführt, teilte die Polizei inzwischen mit.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Teenager sich in dem leeren Gebäude versteckten und gegen die Kälte ein Feuer entzündeten. Offenbar wurden beim Entfachen des Feuers hochgiftige Gase freigesetzt, an denen die Mädchen erstickten oder durch die sie zunächst ohnmächtig wurden, bevor sie in den Flammen umkamen.

Die Polizeidirektion Süd und die Staatsanwaltschaft Cottbus sprachen in ihrer Presseerklärung von einem Unfall, Hinweise auf ein Fremdverschulden gebe es nicht, hieß es am Mittwoch. Die Ermittlungen zum genauen Ablauf dauerten allerdings noch an, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch

Eltern meldeten Mädchen als vermisst

Anfang dieses Monats ahnte bei der Polizei in Forst noch niemand etwas von einem überaus tragischen Zusammenhang zwischen zwei parallel laufenden Vorgängen, mit denen die Dienststelle befasst war. Seit dem 30. Januar, einem Freitag, wurden Dunja Be. und Katja Ba. von ihren Eltern vermisst.

Tags darauf, am Sonnabend, musste die Feuerwehr zu einem Brand im seit Jahren leer stehenden Gebäude der ehemaligen Forster Tuchfabrik ausrücken. Nochmals zwei Tage später, am darauf folgenden Montag, durchsuchten Kripo-Beamte den Ort, um Spuren zur Klärung der Brandursache zu sichern. Dabei stießen die Polizisten auf zwei bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Leichen.

DNA-Abgleich bringt Gewissheit

Wiederum einen Tag später wandte sich die Kriminalpolizei bei der Suche nach den vermissten Mädchen an die Öffentlichkeit. Die Beamten hatten den Eltern zwar erklärt, dass 18-Jährige als Erwachsene letztlich tun und lassen könnten, was sie wollten, und auch darauf hingewiesen, dass ausgerissene Teenager in der Regel bald zurückkommen. Auf das Drängen der Eltern veröffentlichte die Polizei dann aber doch die Fotos der beiden Mädchen.

Dass es sich bei den gefundenen menschlichen Überresten in der leeren Fabrik um die Gesuchten handeln könnte, glaubte zu dem Zeitpunkt noch niemand. Ganz im Gegenteil: In einer Presseerklärung der Polizeidirektion Süd hieß es sogar, einen Zusammenhang zwischen dem Vermisstenfall und den beiden Brandtoten schließe die Polizei aus.

Die Obduktion, die diese ursprüngliche Bewertung auf tragische Weise widerlegt hat, gestaltete sich ausgesprochen schwierig und nahm mehr Zeit als erwartet in Anspruch. Erst nach mehr als einer Woche konnten Sachverständige des Landesinstituts für Gerichtsmedizin die Identität der Brandtoten durch DNA-Abgleiche feststellen. Was die Teenager überhaupt veranlasste, von zu Hause zu verschwinden, ist bislang völlig unklar.