Schiffstank lief über

Nach Tankunfall treibt Öllache von 800 Litern auf der Havel

Beim Betanken eines Schiffes in Potsdam liefen rund 800 Liter Heizöl in die Havel. Am Ufer lebende Vögel und Biber werden von dem Öl schwer verschmutzt. Feuerwehr und Tierretter sind im Großeinsatz.

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Nach dem Tankunfall auf der Havel in Potsdam hat die Feuerwehr am Montag eine zweite Ölsperre ausgelegt, um die Ausbreitung der Öllache zu verhindern. „Ein Teil des Heizöls konnte schon abgepumpt werden, nun muss aber morgen noch eine Spezialfirma hinzugezogen werden“, sagte der Sprecher des Polizeipräsidiums Brandenburg, Mike Holzmann.

Außerdem wurden Tonnen ausgebracht, um die Schifffahrt an der Lache vorbei zu leiten. Unterdessen waren Tierretter am Ufer im Großeinsatz, um ölverschmierte Enten, Blesshühner und andere Tiere in Sicherheit zu bringen.

Am Sonntag waren beim Betanken des Kreuzfahrtschiffs „MS Saxonia“ rund 800 Liter Heizöl in die Havel gelaufen. Obwohl die Feuerwehr sofort eine Sperre errichtete, trieb Öl auch an das Ufer. Die Tierrettung Potsdam konnte zunächst 13 ölverschmierte Enten und Blesshühner einfangen, darunter sechs Jungtiere. „Die werden nun zur Tierschutzstelle nach Hamburg gebracht“, sagte Michael Breuer von der Tierrettung. „Dort kennen sich die Mitarbeiter mit der Reinigung von Gefieder aus.“ Die Tierretter bekamen vom Ordnungsamt die Genehmigung, das Schilf am Ufer teilweise zu entfernen, um dort nach weiteren Tieren zu suchen.

Gegen Kapitän Strafanzeige wegen Gewässerverunreinigung

Nach Polizeiangaben hatte das Fahrgastschiff ein Tankschiff zum Bunkern von Kraftstoff geordert. „Weil die Tanksysteme der beiden Schiffe nicht kompatibel waren, hätte der Maschinist den Tankvorgang überwachen müssen“, sagte Holzmann. Der Mann habe aber seinen Posten verlassen, und der Tank sei übergelaufen. „Da die Systeme nicht zueinander passten, erfolgte keine automatische Abschaltung.“

Das Schiff fuhr Holzmann zufolge nach Zahlung einer Sicherheitsleistung am Sonntagabend weiter in Richtung Stralsund. Gegen den tschechischen Kapitän wurde Strafanzeige wegen Gewässerverunreinigung erstattet.

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