Billig-Friseure

Haareschneiden in Brandenburg bis zu 30 Prozent teurer

Nachdem sich die Tarifpartner auf einen Mindestlohn für die Friseurbranche geeinigt haben, droht nun als Folge ein Anstieg der Preise. Noch ist aber unklar, ob auch alle vom Mindestlohn profitieren.

Foto: Britta Pedersen / dpa

Brandenburgs Friseure rechnen mit steigenden Preisen fürs Haareschneiden, wenn der Mindestlohn für die ganze Branche kommen sollte.

„Dadurch werden sich die Preise verändern müssen“, sagte Ingo Thalmann vom Landesinnungsverband der Friseure in Potsdam. Der stellvertretende Landesinnungsmeister schätzt, dass ein Haarschnitt, Färben & Co. im Schnitt 20 bis 30 Prozent teurer würden.

Die Landesverbände und die Gewerkschaft Verdi hatten sich vergangene Woche auf einen Mindestlohn geeinigt. Die flächendeckende Untergrenze von 8,50 Euro soll von August 2013 an in drei Stufen eingeführt werden. Der Osten startet mit 6,50 Euro Stundenlohn, der Westen mit 7,50 Euro.

Hoffnung auf positive Auswirkungen

Allerdings ist noch unklar, ob der Mindestlohn wirklich für alle Mitarbeiter gelten wird oder nur für diejenigen, die bei Innungsbetrieben beschäftigt und Gewerkschaftsmitglied sind. Die „Märkische Allgemeine“ hatte berichtet, dass Löhne im Friseurgewerbe etwa die Hälfte der Gesamtkosten ausmachten.

Thalmann hofft auf positive Auswirkungen durch den möglichen flächendeckenden Mindestlohn. „Wir haben leider das Problem, dass unsere Branche keinen Nachwuchs mehr findet.“ Ein Mindestlohn könne die Attraktivität des Berufs wieder steigern.

In größeren Städten lägen die Löhne jetzt schon höher, sagte Thalmann. „Es gibt schon eine Menge Betriebe, die zehn Euro oder mehr zahlen müssen.“ Diese Friseure seien dann auch bei den Leistungen deutlich teurer. Nach Innungsangaben gab es 2012 rund 2100 Friseursalons in Brandenburg.