Bauprojekt

Neue Schwimmhalle auf dem Brauhausberg soll 2016 eröffnen

Potsdam will so schnell wie möglich die Ausschreibung für das neue Schwimmbad starten. Was mit der alten Halle passiert, ist noch offen.

Foto: HARALD THIERLEIN

Der Streit um die künftige Nutzung des Potsdamer Brauhausberges und das dortige Schwimmbad soll endlich ein Ende haben: Baudezernent Matthias Klipp hat jetzt eine Beschlussvorlage für einen städtebaulichen Wettbewerb vorgestellt. Der genaue Standort des neuen Sport- und Familienbades, die Fläche für bis zu 200 Wohnungen, die Einhaltung des Kostenrahmens von 23 Millionen Euro und genügend Stellplätze – das sind die Kernprobleme, die durch den städtebaulichen Wettbewerb gelöst werden sollen.

Eine wichtige Rolle soll aber auch die Restaurierung und Wahrung alter Sichtachsen spielen. Damit geht es also auch um die Zukunft des Restaurants „Minsk“ und der DDR-Schwimmhalle. Den vollständigen Neubau des Bades hält Baudezernent Klipp bis 2016 für realistisch: „Vorausgesetzt, es gibt in der Stadtverordnetenversammlung am 19. September einen Sofortbeschluss.“ Ende August wird die Beschlussvorlage über den städtebaulichen Wettbewerb dem Hauptausschuss zur Beratung vorgelegt.

Der Zeitplan der Stadt sieht folgendermaßen aus: Wenn es am 19. September zum Sofortbeschluss kommt, soll noch im selben Monat der Wettbewerb starten. 200.000 Euro sind für die Ausschreibung und Durchführung vorgesehen. Unter allen Bewerbern sollen 15 Vorschläge ausgewählt werden, die eine Fachjury aus Vertretern der Stadtwerke als Bauherren, Vertretern der Verwaltung, der Politik und Experten begutachten wird.

Baukosten sind gedeckelt

Sobald sich die Experten auf einen Entwurf verständigt haben, wollen die Stadtwerke einen Realisierungswettbewerb ausschreiben. Als Ergebnis soll dabei ein Architekturentwurf entstehen, der alle Anforderungen erfüllt und zudem den Kostenrahmen von 23 Millionen Euro einhält – allerdings exklusive der Stellplätze. Die Stadtverordneten haben mit diesem Betrag die Baukosten für das Bad gedeckelt. Die Ergebnisse beider Wettbewerbe sollen bis Sommer 2013 vorliegen, nach einjähriger Planungsphase könnte der Bau dann im Dezember 2014 beginnen. Bei einem reibungslosen Bauablauf, so der Zeitplan der Stadt, könnte das Bad dann im Oktober 2016 eröffnet werden.

Die Beschlussvorlage ist die Konsequenz der Bürgerbefragung zum Standort des Schwimmbades. Dabei hatten zwei Drittel der 70.000 Teilnehmer für eine Schwimmhalle am zentral gelegenen Brauhausberg gestimmt, nur ein Drittel votierte für ein Bad neben der Biosphäre am Bornstedter Feld. Letzteres war der Favorit der Stadtverwaltung.

Und das Interesse an der Bürgerbefragung war groß: Mit fast 53 Prozent beteiligten sich mehr an der Abstimmung als an der Kommunalwahl vor knapp vier Jahren.

Das neue Bad soll über zehn 50-Meter-Bahnen – und damit zwei Bahnen mehr als im alten Schwimmbad – verfügen, mit integriertem Sprungbereich und einem 125 Quadratmeter großen Lehrbecken. Im Freizeitbereich sind weitere 330 Quadratmeter geplant. Dieser Bereich soll auch zwei Großrutschen im Außenbereich und ein Kinderplanschbecken bekommen. Dazu kommt ein Sauna- und Wellnessbereich mit Außenschwimmbecken, Whirlpool und Solebecken, Fitness und Gastronomie. Die alte Schwimmhalle aus DDR-Zeiten soll, das betonte Matthias Klipp, in Betrieb bleiben, bis das neue Bad, das voraussichtlich am nördlichen Fuß des Brauhausberges an der Max-Planck-Straße entstehen wird, fertig sei.

Denkmalschutz nicht im Weg

Was danach mit der alten Schwimmhalle passiert soll, ist noch offen. Die Teilnehmer des Wettbewerbs haben aber die Möglichkeit, die Halle und das „Minsk“, ein Gastronomie-Gebäude aus DDR-Zeiten, in ihre Planungen mit einzubeziehen. Der Denkmalschutz steht dabei nicht im Weg – beide Gebäude wurden entsprechend geprüft, allerdings nicht unter Schutz gestellt. Falls jemandem eine intelligente Lösung einfiele, wie man in der Schwimmhalle 150 Wohnungen unterbringen könne, sei das auf jeden Fall diskutierbar, sagte Baudezernent Klipp weiter. Schließlich würden ja auch historische Pferdeställe heute zu Wohnzwecken genutzt. Ebenfalls in Betracht kommen auch Ideen, wie das „Minsk“ nach 15 Jahren Leerstand genutzt werden könnte. Pläne, die eine langfristige Subventionierung durch die Stadt vorsehen – etwa bei Bereitstellung der Fläche für Künstler – stünden jedoch nicht zur Debatte.

Die Initiative Pro Bauhausberg macht sich für den Erhalt beider Gebäude stark. Und sie hat noch ein anderes Ziel: Sie kämpft gegen eine dichte Wohnbebauung. Denn ursprünglich hatte die Stadt 400 Wohnungen auf dem Brauhausberg vorgesehen – der kalkulierte Erlös aus den Grundstücksverkäufen in Höhe von sechs Millionen Euro sollte zur Querfinanzierung eines Badneubaus an der Biosphäre genutzt werden.