Beziehungsdrama

Mann nimmt vierjährige Tochter mit in den Tod

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Foto: schroeder

Bei dem Autounfall auf der A9 bei Klein Marzehns, bei dem ein Mann und seine erst vierjährige Tochter ums Leben kamen, handelt es sich offenbar um eine Verzweiflungstat. Die Ehe des 44-Jährigen war kurz vorher endgültig zerbrochen.

Der Tod eines 44-Jährigen aus Wildau und seiner erst vier Jahre alten Tochter auf der Autobahn A9 bei Klein Marzehns (Potsdam-Mittelmark) am Montag war offenbar kein Unfall, sondern eine erschütternde Verzweiflungstat. Wie berichtet, war der 44-jährige Martin Sch. am Montagnachmittag mit seinem Auto mit hoher Geschwindigkeit unter den Auflieger eines defekten Sattelzuges gerast, der auf dem Standstreifen in Richtung Leipzig gestanden hatte. Laut Augenzeugen soll der grüne Hyundai ungebremst auf den finnischen Lkw geprallt sein. Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat beide Fahrzeuge beschlagnahmt. „Zur Aufklärung der Begleitumstände wird ein Todesermittlungsverfahren durchgeführt. Zudem wurde die Obduktion der Leichen beantragt“, sagte ein Justizsprecher am Mittwoch.

Nach Informationen von Morgenpost Online war die Ehe des Busfahrers Martin Sch. nach fünf Jahren vor einigen Wochen endgültig zerbrochen. Nachbarn berichteten von lauten Streitigkeiten und deutlichen Verletzungen der Ehefrau. Offenbar konnte der Mann die Trennung von seiner Frau Stefanie Sch. und der gemeinsamen Tochter Henrike nicht verwinden. Der 44-Jährige hatte eine neue Wohnung bezogen und sich mit der Angestellten eines Altenpflegeheimes auf eine gemeinsame Erziehung der Tochter geeinigt. Am Sonntagabend holte er das blonde Mädchen wie verabredet bei der Mutter ab, brachte das Kind am nächsten Morgen pünktlich in die Kita und holte die Kleine am frühen Nachmittag dort wieder ab. Dafür, dass der 44-Jährige einen mörderischen Entschluss gefasst hatte, gab es keine Anzeichen. Mit seiner Tochter fuhr der Mann über die A10 Richtung Westen und steuerte seinen Wagen weiter auf die A9 in Richtung Leipzig.

Durch die Wucht des Aufpralls auf den Lastzug schob sich der Hyundai gegen 16 Uhr nahezu vollständig unter den Anhänger und wurde dabei zusammengequetscht. Der Feuerwehr gelang es nur mit großer Mühe, den Lkw anzuheben und das Autowrack herausziehen. Die Retter konnten den Fahrer nur noch tot bergen. Doch das ganze Ausmaß der Katastrophe zeigte sich erst, als das Wrack in der Halle eines Abschleppunternehmens zerlegt wurde – Stunden nach dem Unfall. Im völlig deformierten vorderen Bereich des Pkw wurde der Leichnam der kleinen Henrike gefunden.

( Peter Oldenburger und Steffen Pletl )