Friedrichshagen

Flugsicherung prüft Routen-Option "Gosener Wiesen"

Bürgerinitiativen wünschen sich, dass die Maschinen weit nördlich des Flughafens über die Gosener Wiesen fliegen. Die Bewohner von Müggelsee und Erkner würden dadurch entlastet. Die Alternativen werden bis Ende des Jahres geprüft.

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Hoffnung für die Friedrichshagener Bevölkerung. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) prüft nun alternative Flugrouten über den Südosten der Hauptstadt, die Anwohnern des Müggelsees eine enorme Entlastung bringen würde. Der neue Vorschlag sieht vor, dass Maschinen, die von der nördlichen Startbahn gen Osten aufsteigen, nicht über Wohngebiete fliegen, sondern noch vor Müggelheim nach rechts abdrehen. Durch die alternative Route müssten Piloten allerdings einen Umweg fliegen, der mit höherem Kerosinverbrauch einherginge. Der Schlenker würde südlich an Gosen und Neu-Zittau vorbeiführen. Bisher wollte die DFS täglich 182 Flüge über Müggelsee und Erkner leiten.

CDU und Bürgerinitiativen hatten neue Flugroutenalternativen bereits am Montagnachmittag im Bundesverkehrsministerium erörtert. Das Gespräch kam auf Initiative des CDU-Abgeordnetenhauskandidaten Niels Korte und des CDU- Spitzenkandidaten Frank Henkel zustande. Sie sprachen mit Staatssekretär Klaus-Dieter Scheurle, Vertretern der Friedrichshagener Bürgerinitiative (FBI) und dem Bündnis Süd-Ost (BüSO) sowie Hans Niebergall, dem Leiter der DFS.

Alternativen bis Dezember

Konkret ging es um die Option „Gosener Wiesen“, die Müggelsee und Erkner viel Fluglärm und eine Umweltbelastung der Wasserschutzgebiete ersparen würde. Auf der siebten Montagsdemo in Friedrichshagen wurden die neuen Gespräche sehr positiv aufgenommen. „Man hat uns versprochen, dass Alternativen noch bis Dezember geprüft werden müssen, wir sollten jetzt nach weiteren Optionen suchen“, sagte FBI-Sprecher Ralf Müller.

Korte ist selbst Hobbypilot, sein Vorschlag sieht den Rechtsdreh vor Müggelheim vor. Bürgerinitiativen wünschen sich, dass Maschinen sogar noch weiter nördlich, über die Gosener Wiesen, fliegen. Des Weiteren plädiert Korte für eine größere Steighöhe – ähnlich wie im Flugroutenkompromiss mit dem Berliner Südwesten. Piloten sollten auch im Südosten bis zu einer Steighöhe von 5000 Fuß (ca. 1500 Meter) zur Einhaltung der vorgegebenen Flugroute verpflichtet werden und bis zu einer Steighöhe von 8000 Fuß kein bewohntes Gebiet überfliegen dürfen. So würde die Freigabe an die Piloten für die neue Flugroute von der Nordstartbahn erst weit in Richtung des östlichen Autobahnrings erfolgen. Ein frühes Abkurven über Friedrichshagen, Rahnsdorf und Müggelheim wäre damit verhindert, auch die Brandenburger Gemeinden und Erkner wären vom Lärm der nach Osten startenden Flugzeuge entlastet.

„Wenn dieser Vorschlag in der Fluglärmkommission eine Mehrheit fände, wäre es eine zufriedenstellende Lösung für alle Bürger im Berliner Südosten und angrenzenden Umland“, sagte Ralf Müller. Wichtig sei der 26.September. Dann findet die nächste Sitzung der Fluglärmkommission statt, die über die neuen Routenvorschläge entscheidet.

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