Fall Börnicke

Vater wollte Kinder aus brennendem Auto retten

Der schwer verletzte Vater der beiden in einem Auto verbrannten Mädchen ist erstmals von der Polizei befragt worden. Er spricht von einem Unfall. Seine Verletzungen erklärt er mit Rettungsversuchen.

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Nach dem Fund zweier Kinder in einem ausgebrannten Autowrack in Brandenburg werden die Hintergründe der Tat untersucht

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Fünf Tage sind vergangen, seit in einem Wald bei Börnicke in einem ausgebrannten Auto die Leichen zweier Kinder gefunden wurden. Jetzt konnte im Unfallkrankenhaus Berlin (UKB) erstmals Peter Thue R., der schwer verletzte Vater der beiden dänischen Mädchen, von den Ermittlern befragt werden. Bei der knapp zweistündigen Befragung am Montagnachmittag habe der 40-Jährige die Geschehnisse vom vergangenen Freitag als Unfall dargestellt, sagte der Potsdamer Staatsanwalt Ralf Roggenbuck am Dienstag. Die Angaben würden jetzt geprüft, sagte Roggenbuck weiter. Zur Glaubwürdigkeit der Aussagen äußerte er sich unter Verweis auf die noch laufenden Ermittlungen nicht.

R. war am Freitag vergangener Woche einem Lkw-Fahrer aufgefallen, als er orientierungslos und schwer verletzt an der B237 nahe der Autobahnanschlussstelle Kremmen umherirrte. Kurze Zeit später führte der Mann die inzwischen alarmierte Polizei zu dem in einem nahen Waldstück stehenden, völlig ausgebrannten Pkw. Darin befanden sich die Leichen der beiden Töchter von R., der zehnjährigen Marlene-Marie und der ein Jahr jüngeren Line-Sofie. Peter Thue R. wurde mit schweren Brandverletzungen ins Unfallkrankenhaus in Marzahn eingeliefert. Dort musste er zweimal operiert werden, im Laufe dieser Woche sind zudem Hauttransplantationen geplant.

Alle Angaben zur Identität der Mädchen und ihres Vater stammen bislang von der dänischen Polizei. Staatsanwaltschaft und Polizei in Potsdam äußerten sich bislang nur zurückhaltend zu dem Vorfall. Roggenbuck teilte am Dienstag mit, gegen R. werde derzeit nicht wegen eines Tötungsdeliktes ermittelt. Die eigenen schweren Brandverletzungen soll der 40-Jährige in seiner Befragung am Montag damit begründet haben, dass er noch versucht habe, die Mädchen aus dem brennenden Fahrzeug zu retten.

Neben einem Fachkommissariat für „Schwere Gewaltkriminalität“ der Polizei sind auch technische Sachverständige und Rechtsmediziner mit dem Fall befasst. Von den Untersuchungen der Techniker erhofft sich die Potsdamer Staatsanwaltschaft eine endgültige Klärung der tatsächlichen Brandursache. Da das Feuer mit besonderer Stärke gewütet haben muss und das Fahrzeug völlig ausbrannte, gestalteten sich die Untersuchungen allerdings schwierig. Bislang seien die Angaben des Vaters zum Hergang des Geschehens nicht zu widerlegen, hieß es aus Ermittlungskreisen. Zweifel am Wahrheitsgehalt gibt es nach Informationen der Berliner Morgenpost dennoch.

Auch die rechtsmedizinischen Untersuchungen sind für die Aufklärung des Falles von großer Bedeutung. So soll bei noch ausstehenden Tests festgestellt werden, ob die beiden Kinder betäubt waren, als sie im Feuer umkamen. Das würde R.'s Version von einem Unfall vermutlich zunichte machen. Momentan gilt der 40-Jährige als Zeuge, nicht als Beschuldigter. „Das kann sich allerdings schnell ändern“, sagte ein Ermittler.