In letzter Minute

Potsdam rettet SV Babelsberg mit 700.000 Euro

Noch einmal Glück gehabt hat der angeschlagenen Fußball-Drittligisten SV Babelsberg 03. Denn ohne die 700.000 Euro aus der Stadtkasse der brandenburgischen Landeshauptstadt hätte der Verein seine Lizenz verloren. Mit dem Profifußball wäre dann Schluss gewsen.

Foto: ZB / ZB/DPA

Die brandenburgische Landeshauptstadt greift ihrem angeschlagenen Fußball-Drittligisten SV Babelsberg 03 (SVB) mit einem kräftigen Zuschuss unter die Arme. Der Verein bekommt in diesem Jahr zusätzlich 700.000 Euro aus der Stadtkasse. Das beschlossen die Stadtverordneten auf Antrag von Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD). Die zusätzlichen Kosten sollen nach dem Vorschlag von Jakobs über Gewinne der Stadtwerke Potsdam gedeckt werden.

Der SVB war durch Berichte Filz und Klüngel im Vorstand bei Sponsoren in Misskredit geraten. Zahlreiche Unternehmen verweigerten dem Verein für die kommende Saison die weitere Unterstützung. Dem Verein drohte der Zwangsabstieg und die Insolvenz. Die Fans sammelten jedoch innerhalb weniger Tage Spenden in sechsstelliger Höhe, zudem sagte die Deutsche Kreditbank (DKB) am Mittwoch eine Bürgschaft in Höhe von 700.000 Euro zu. Diese Zusage war allerdings laut Jakobs an die Bedingung geknüpft, dass die Stadt den Zuschuss von 700.000 Euro gewährt.

Der neue SVB-Vorsitzende Thomas Bastian zeigte sich in der Stadtverordnetenversammlung erleichtert: „Eine riesige Befreiung geht durch den ganzen Verein.“ Der SVB sei in den vergangenen Monaten durch Berichte über Stasi-Verstrickungen von verantwortlichen Funktionären sowie mögliche Verfehlungen des bisherigen Aufsichtsratschefs Peter Paffhausen und bisheriger Vorstandsmitglieder in die Negativschlagzeilen geraten. Sportlich jedoch habe der Verein eine außerordentlich gute Arbeit geleistet. Das gelte nicht nur für die erste Mannschaft, die nach dem Aufstieg die Klasse gehalten habe.

Absturz in fünfte Liga verhindert

Seit der Übernahme des Amts des Vereinschefs von Rainer Speer hat Bastian nach eigenen Angaben zahlreiche Gespräche zur Rettung des Vereins geführt. Mit der DKB sei ein Partner gefunden, der im Fußball bereits bei Hansa Rostock und Hertha BSC Berlin engagiert sei. Im Verein werde es einige Änderungen geben. So werde eine Lenkungsgruppe die Arbeit des Vorstandes begleiten, in der unter anderem auch die DKB und die Stadt vertreten sind.

Jakobs sagte, der Zuschuss der Stadt rette den Verein vor der Insolvenz, die Bürgschaft ermögliche den Verbleib in Liga drei. Anfangs war über einen Neustart des Vereins in der Oberliga spekuliert worden. Laut Bastian hat der Verein aber am Mittwoch gerade noch rechtzeitig die Lizenzunterlagen für die dritte Liga beim Deutschen Fußball Bund eingereicht. Postwendend habe Babelsberg per Fax die Bestätigung erhalten, dass die Lizenzauflagen für die dritte Liga erfüllt seien.

Der Zuschuss der Stadt sei aber einmalig, bekräftigte Jakobs. Die Stadt und die DKB hätten dem SVB einen Rettungsring zugeworfen, der Verein müsse nun allein an Land kommen und Fuß fassen. Jakobs würdigte zugleich das außerordentliche Engagement der Fans, die innerhalb weniger Tage sehr viel Geld gesammelt hätten. Einige Fans hätten sogar angeboten, ihr Haus zu beleihen. Vor solchen Leuten ziehe er den Hut, betonte der Oberbürgermeister. Jetzt komme es darauf an, Vertrauen bei möglichen Sponsoren zurückzugewinnen, um langfristig finanzielle Sicherheiten zu schaffen.