Flughafen BBI

Anträge gegen Flugrouten fluten Behörden

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Fluglärm am Flughafen Tegel

Fluglärm am Flughafen Tegel in Berlin

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Der Flugrouten-Protest verlagert sich immer mehr in die Amtszimmer. Mehr als 100 Anträge gegen die BBI-Pläne sind beim brandenburgischen Statssekretär eingegangen. Klagen drohen.

Der Widerstand gegen den zu erwartenden Fluglärm nach der Eröffnung des Flughafens BBI findet nicht länger nur auf der Straße statt; jetzt legen Betroffene offiziell auch Widerspruch ein: Beim Brandenburger Infrastrukturministerium sind in den vergangenen Tagen mehr als 100 Anträge gegen die geplanten Flugrouten und den Planfeststellungsbeschluss eingegangen. Dies sagte Staatssekretär Rainer Bretschneider am Donnerstag gegenüber Morgenpost Online.

Zu den Antragsstellern gegen den Planfeststellungsbeschluss gehört Martina Büttner aus Zeuthen. Die 45-Jährige übergab in Potsdam ihr Schreiben direkt an Infrastruktur-Staatssekretär Breitschneider. „Wir sind vor neun Jahren mit unseren beiden damals noch kleinen Kindern von Wedding nach Zeuthen gezogen“, sagt Martina Büttner. Sie sieht sich hinters Licht geführt. „Alle haben sie uns im Informationszentrum des BBI in Schönefeld versichert, dass Zeuthen nicht vom Fluglärm betroffen sein wird.“ Die Krankenschwester sorgt sich nun: „Wenn es zu den abknickenden Flugrouten kommt, werden die Flugzeuge 600 Meter über unserem Haus hinwegdonnern“. Da sie im Schichtdienst arbeitet, braucht sie auch tagsüber ihren Schlaf.

Der Anwalt Mathias Hellriegel von der Berliner Kanzlei „EggersMalmendier“ vertritt nicht nur Martina Büttner, sondern auch zwei weitere Zeuthener und Bürger aus Mahlow-Nord und Berlin-Lichtenrade. Für diese fünf Mandanten fordert er in einem knapp 20 Seiten langen Schriftsatz, dass der Planfeststellungsbeschluss als Grundlage für den Bau des Großflughafens zurückgenommen wird. Zumindest müsse der unabhängige Parallelbetrieb untersagt werden. „Unsere Anträge basieren im Wesentlichen darauf, dass den Behörden schon 1998 und damit vor der Planfeststellung bekannt war, dass die Flugrouten abknicken müssen“, sagt Hellriegel. „Das wurde bewusst nicht berücksichtigt, um Zeit und Geld zu sparen.“

Staatssekretär Bretschneider sagte zu, dass die Anträge „zeitnah geprüft werden“. Er gehe aber davon aus, dass der Planfeststellungsbeschluss juristisch nicht angreifbar ist.

Anwalt Hellriegel kündigte Morgenpost Online an: „Sollten die Anträge abgelehnt werden, werden wir vor Gericht ziehen.“

( schoe/gma )