Fukushima

Brandenburg prüft Lebensmittel auf Verstrahlung

Vor dem Hintergrund der Katastrophe in dem japanischen Atomkraftwerk Fukushima will Brandenburg Lebensmittel aus Japan nun auf Radioaktivität prüfen.

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Lebensmittel aus Japan sollen in Brandenburg auf eine mögliche radioaktive Belastung geprüft werden. Obwohl es noch keine Hinweise auf eine Belastung gebe, würden vorsorglich die Untersuchungen vorgenommen, kündigte das Gesundheitsministerium in Potsdam an. Insbesondere per Flugzeug gelieferte Frischprodukte würden genau angeschaut. Dies gelte vor allem für Fische und Fischprodukte, Algen sowie Früchte und Pilze, erläuterte das Ministerium. Die Anweisung zur Untersuchung sei an die Grenzkontrollstelle Schönefeld ergangen. Die Lebensmittelüberwachung des Landes stehe in Kontakt mit den Behörden des Bundes und der Bundesländer.

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) dagegen hält Lebensmittel aus Japan weiter für ungefährlich. „Unsere Erkenntnisse sind, dass momentan keine Lebensmittel kontaminiert sind“, sagte Aigner vor einem Treffen mit EU-Amtskollegen in Brüssel. Zudem gebe es wegen der Katastrophe derzeit gar keine Importe aus Japan. „Alle Handelswege sind praktisch zusammengebrochen“, sagte die Ministerin. Meldet Japan selbst eine erhöhte Strahlenbelastung bei Lebensmitteln, soll ein EU-Krisenmechanismus in Kraft gesetzt werden. Deutschland habe die Kontrollen bereits verstärkt, sagte Aigner. Auch in anderen EU-Staaten sollen Nahrungsmittel aus Japan auf Radioaktivität untersucht werden.

Die Nachrichtenagentur dpa allerdings berichtet, die Bundesregierung habe den Zoll gezielt angewiesen, Lebensmittel aus Japan auf Radioaktivität zu überprüfen. Der Umfang des Imports ist allerdings gering. Nach Angaben des Verbraucherministeriums wurden im vergangenen Jahr nur 60 Tonnen Fisch aus Japan importiert, insgesamt waren es über 900.000 Tonnen Importe aus aller Welt. Von 60 Milliarden Euro Gesamtimporten entfielen 33 Millionen Euro auf Japan. Seit dem Erdbeben sei der Handel mit Japan ohnehin fast zum Erliegen gekommen, sagte ein Ministeriumssprecher. Deutschland führt neben Fisch auch Ingwer, Algen, grünen Tee, Reis und Nudelgerichte aus Japan ein.

Japans Regierung hat die örtlichen Behörden aufgefordert, Lebensmittel nach Radioaktivität zu untersuchen. Es sei das erste Mal, dass Japan Grenzwerte zur Strahlenbelastung für im Inland hergestellte Lebensmittel festsetze, sagte ein Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums. Die Grenzwerte stünden im Einklang mit einem bereits vor den Vorfällen in Fukushima 1 in einem Katastrophenplan der Atomsicherheitsbehörde festgehaltenen Richtlinien. Die Grenzwerte unterscheiden sich den Angaben zufolge je nach Lebensmittel und orientieren sich an international anerkannten Werten.

In der Atomanlage Fukushima 1 war es nach der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe vor knapp einer Woche zu mehreren Explosionen und Bränden gekommen, dabei wurden große Mengen Radioaktivität freigesetzt. Derzeit versuchen die Einsatzkräfte, eine größere Katastrophe zu verhindern. Mehrere asiatische Staaten hatten angekündigt, japanische Lebensmittel auf Strahlenbelastung hin untersuchen zu wollen.