Tourismus

Potsdam will als "Stadt des Films" Besucher locken

Auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) präsentiert sich Potsdam in der Halle 12 weiträumig und zentral platziert. Thematische Angebote wie die "Stadt des Films" sollen die Region attraktiv für mehr Besucher machen.

An Potsdam kommt man nicht vorbei. Zumindest auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin ist der weiträumige Potsdam-Stand in der Halle 12, in der sich die Hauptstadtregion präsentiert, zentral platziert. Kaum ein Fachbesucher, der in den vergangenen zwei Tagen keinen Blick auf das Infomaterial zum Filmpark Babelsberg, den Kulturkalender und die Pläne zum Wiederaufbau der historischen Mitte Potsdams mit dem Landtagsneubau geworfen hat.

Das anhaltend hohe Interesse an Potsdam spiegelt sich bereits in der aktuellen Tourismusbilanz der brandenburgischen Landeshauptstadt wider. „2010 stieg die Zahl der Übernachtungen um 6,2 Prozent – auf 882.555. Die Zahl der Gästeankünfte erhöhte sich um 8,5 Prozent von 351154 auf 381073“, sagt Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD). Zwei, drei Tage hätten sich Gäste durchschnittlich in Potsdam aufgehalten und damit im Durchschnitt 45,2 Prozent der Betten ausgelastet. Jakobs spricht von einem Rekordjahr. „Noch nie hatten wir so viele Übernachtungsgäste.“ Besonders erfreulich sei, dass das Ergebnis bei gleichbleibendem Bettenangebot erzielt worden sei. Das sei echtes Wachstum. Vor allem Gäste aus Asien und Amerika hätten die Zahlen nach oben schnellen lassen. „Der Tourismus bleibt einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Stadt.“

Um noch mehr Gäste zu interessieren, müssten Touristiker thematische Angebote entwickeln, ist Udo Schröder, Bereichsleiter bei der Rewe Touristik, überzeugt. Das Ferienarrangement „Sommerresidenz Potsdam“ sei das beste Beispiel. Von Ende Juni bis Mitte September könnten Familien ein speziell auf die Bedürfnisse der einzelnen Familienmitglieder zugeschnittenes Programm in der Region wahrnehmen. Shoppen in Berlin, Schlösserbesuch in Potsdam für die Eltern, Paddeln und Safari in der Potsdamer Biosphäre für den Nachwuchs.

Themen hat Potsdam für dieses und nächstes Jahr bereits gesetzt. Die „Stadt des Films“ bestimmt in den nächsten Monaten das kulturelle Geschehen. Mit Open-Air-Filmvorführungen, Ausstellungen, Filmfestivals, Premierenfeiern, speziellen Stadtführungen, Tagungen und Kongressen wird das ganze Jahr lang der 100. Geburtstag der Filmstadt Babelsberg begangen. Ein Höhepunkt dürfte die „Agentennacht an der Glienicker Brücke“ am 14. Mai sein, bei der Besucher ein Spektakel aus Musik, Stunts, Pyro- und Spezialeffekten vor Ort erleben können.

Das Programm für 2012 ist nicht weniger üppig: Anlässlich des 300. Geburtstages Friedrichs des Großen am 24. Januar 2012 will die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg Touristen nach Potsdam ziehen. „Höhepunkt ist vom 28. April bis 28. Oktober die Großpräsentation ‚Friederisiko' im Neuen Palais als zentrale Ausstellung zum Friedrich-Jahr“, sagt der Generaldirektor der Stiftung, Hartmut Dorgerloh.