Schönfließ

Polizist nach Todesschuss rechtskräftig verurteilt

Die Revision eines wegen Totschlags zu einer Bewährungsstrafe verurteilten Berliner Polizisten ist verworfen worden. Damit ist die Verurteilung rechtskräftig. Der Mann hatte im brandenburgischen Schönfließ einen Kleinkriminelllen gejagt und erschossen.

Das Gerichtsverfahren um die tödlichen Schüsse aus der Waffe eines Polizisten im brandenburgischen Schönfließ ist beendet. Eine Bewährungsstrafe gegen den heute 37-jährigen Beamte aus Berlin ist nach einem Beschluss des Bundesgerichtshofes rechtskräftig, wie das Landgericht Neuruppin mitteilte.

Die Bundesrichter bestätigten ein Urteil des Landgerichts aus dem Sommer 2010. Die Neuruppiner Richter hatten eine zweijährige Haftstrafe wegen Totschlags im minderschweren Fall zur Bewährung ausgesetzt. Im Prozess hatte der Verteidiger des Polizisten auf Freispruch plädiert. Er und Angehörige des Getöteten Dennis J. legten Revisionen ein, die nun als unbegründet oder unzulässig verworfen worden.

Dem Ermittler war zur Last gelegt worden, in der Silvesternacht 2008 während einer missglückten Festnahme am Stadtrand Berlins achtmal auf den unbewaffneten Verdächtigen Dennis J. geschossen zu haben. Das Gericht verurteilte ihn jedoch nur wegen des ersten, zugleich tödlichen Schusses. Nach der Urteilsverkündung hatte es Tumulte im Gerichtssaal gegeben. Angehörige des Todesopfers drohten dem Angeklagten und riefen: „Wir kriegen dich irgendwann draußen, du Schwein“.

Zwei weitere beteiligte Polizisten müssen nach der Entscheidung des Bundesgerichtshofes Geldstrafen zahlen. Sie hatten behauptet, von den Schüssen des Kollegen nichts mitbekommen zu haben. Wegen Strafvereitelung im Amt müssen sie 10.800 beziehungsweise 8400 Euro zahlen.