Sanssouci

Bürgerinitiative gegen strenge Parkordnung

In der Landeshauptstadt hat sich eine neue Bürgerinitiative gegründet. "Parktag" ist ihr Name. Ihr Ziel: Der Schlosspark von Sanssouci soll für Einwohner und Gäste Potsdams vielseitiger als bislang nutzbar werden. Dazu will die Initiative auf "basisdemokratischem Weg" eine alternative Parkordnung ausarbeiten.

Hauptadressat der Initiative ist die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) als Hausherr der Anlagen: Sie soll die nach Auffassung der Initiatoren nutzungsfeindliche Parkordnung an die "Alltagswirklichkeit" der Landeshauptstadt anpassen. In den vergangenen anderthalb Jahren, so beklagen die Initiatoren, hätten sich die Sanktionen der SPSG deutlich verschärft und damit das Klima im Park deutlich verschlechtert.

Deshalb hatte vor wenigen Tagen bereits die Kerngruppe des neuen Zusammenschlusses zur öffentlichen Diskussion über die Lage im Schlosspark eingeladen - mit Erfolg. Rund 40 interessierte Potsdamer trugen Forderungen an die Stiftung zusammen: So sollen zum Beispiel die aus Sicht vieler Betroffener unverhältnismäßigen Strafen für das bloße Schieben von Fahrrädern auf reinen Fußgänger-Wegstrecken bald der Vergangenheit angehören. Am besten, so der Tenor, würden alle "breiten Wege" für den Radfahrverkehr freigegeben. Auch die Wiesen sollen freier nutzbar sein, nicht nur während der lukrativen "Schlössernacht". So fordert die Initiative Liegeareale und Kinder-Spielflächen. Allerdings, so Mit-Initiator Jan Gabbert, gehe es um mehr als eine Summe von Einzelforderungen. "Es muss ein Umdenken bei der Stiftung einsetzen", sagte er.

Kooperation mit Babelsberg

Unter dem gleichen Namen "Parktag" hatten Gabbert und verschiedene Mitstreiter schon 2007 ein einmaliges Protest-Treffen mit Picknick organisiert. Diese Aktion sollte die Parkordnung bewusst in Frage stellen. Doch aus Sicht der Macher hat sich die Stiftung bislang der öffentlichen Debatte über die Parknutzung entzogen. Als einer der Aktiven von damals ist Jan Gabbert daher auch Mitbegründer der neuen Bürgerinitiative: "Es ist wieder Sommer, die Probleme mit der Parkordnung sind noch die gleichen. Jetzt muss etwas passieren", bekräftigte Gabbert sein Engagement.

Geplant ist auch eine Kooperation mit der schon länger aktiven Bürgerinitiative für den Park Babelsberg. Auf dort gewonnene Erfahrungen im Umgang mit der Stiftung will "Parktag" aufbauen. "Wir wollen nicht die gleiche, kraftraubende Arbeit noch einmal machen", sagte Gabbert.