Tierschutz

Welpenklappe wird wegen Überfüllung geschlossen

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Foto: ddp / ddp/DDP

Alle 25 Pflegestellen in Berlin und Brandenburg sind belegt. Die Welpenklappe, die sich bei einer Tierarztpraxis im nahe gelegenen Dallgow-Döberitz befindet, bleibt solange geschlossen, bis der 45 Mitglieder zählende Verein sich wieder um neuen Nachwuchs kümmern kann.

Wenn bei Claudia Hauer das Handy klingelt, dann ist wieder ein Jungtier in der Welpenklappe abgegeben worden. Bereits 50 kleinen Welpen, Kätzchen und andere Kleintieren hat der in Falkensee ansässige Verein Welpennothilfe durch seine im März eröffnete Welpenklappe das Schicksal erspart, als herrenloses Tier zu enden. Als Anfang vergangener Woche fünf todkranke Katzen-Babys anonym in die Notaufnahme-Klappe gelegt wurden und das den Handy-Alarm auslöste, war bei dem Tierschutzverein die Kapazitätsgrenze erreicht. Nun bleibt die bundesweit erste von einem Tierschutzverein betriebene Welpenklappe vorerst zu.

„Unsere Aufnahmemöglichkeiten sind erschöpft“, sagt Vereinsgründerin Claudia Hauer. Dass in der Welpenklappe durchschnittlich alle drei Tage Katzen-, Frettchen-, Hunde-, Meerschweinchen- oder Kaninchenjunge abgelegt werden, hatte der Verein nicht erwartet. „Wir haben auch unterschätzt, dass so viele schwer kranke Tiere darin landen“, sagt Hauer. Neugeborene mit Körper- und Augenverletzungen, Milben- oder Würmerbefall, Katzenschnupfen und Pilzerkrankungen seien keine Seltenheit. Das erhöhe den Pflegeaufwand und die Tierarztkosten für den Verein enorm.

Bislang hat der Verein jährlich etwa 120 Tiere in Not aufgenommen, gepflegt und in ein neues Zuhause vermittelt. Das verursacht Kosten in Höhe von 25.000 Euro pro Jahr.

Der Verein Welpennothilfe kann bei seinem Tierschutz-Projekt kaum auf Erfahrungswerte zurückgreifen. Deutschlands erste Welpenklappe wird privat von einem Tierarzt-Ehepaar seit 2002 im ostfriesischen Aurich betrieben. Der traurige Rekord dort: 13 Welpen in einer Woche. Auch in Aurich war danach vorübergehend Aufnahmestopp.

Einen der vorläufig letzten Pflegeplätze hat ein acht Wochen alter Schäferhund-Husky-Welpe bei den Vereinsmitgliedern Dagmar und Günter Werner bekommen. Seit ihrem Einstieg beim Verein vor einem Jahr päppelte das Paar zwölf Welpen auf und vermittelte sie nach maximal acht Wochen wieder. Ihr dreijähriger Schäferhund Alf hilft geduldig bei der Jungtier-Erziehung mit.

„Die ersten 14 Wochen sind die Prägungsphase bei jungen Hunden, deshalb orientieren sie sich kräftig an Alf“, sagt die 63-jährige Tierschützerin. Während ihr Mann allein im vergangenen Monat an die 800 Kilometer für die Tiervermittlung des Vereins zurückgelegt hat, bringt sie zusammen mit Alf den Welpen Stubenreinheit und Beißhemmung bei. Sie lernen auch, dass am Esstisch nicht gebettelt wird. Damit die Welpenklappe wieder in Betrieb genommen werden kann, sucht der Verein nicht nur weitere Pflegestellen, sondern auch Ausstattungsgegenstände wie Kaninchenkäfige, Hundebetten, Futter, Streu und Transportboxen. Immer wichtiger für die Arbeit wird jedoch eine Quarantänestation, damit die krank abgegebenen Tiere behandelt oder gepflegt werden können. Hauer: „Doch alle geeigneten Gebäude, um die wir uns bislang beworben haben, waren für das geringe Vereinsbudget unerschwinglich.“

( ddp )