Uferweg

Wegestreit am Groß Glienicker See eskaliert

Der Konflikt um die Sperrungen von Teilen des Uferwegs am Groß Glienicker See verschärft sich: Die Potsdamer Stadtverwaltung will nun zwei von Privatanliegern errichtete Barrieren am Südwestufer des zwischen Berlin und der brandenburgischen Landeshauptstadt gelegenen Sees beseitigen.

Die Bescheide hat die Stadtverwaltung am Freitag verschickt. Das bestätigte das Büro von Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) Morgenpost Online. Zuvor wird den Betroffenen noch eine 14-tägige Anhörungsfrist eingeräumt. Damit erhalten sie zugleich die Chance, die Barrieren selbst wieder zu entfernen. Der Uferweg verläuft über das Privatgelände der Anlieger.

Der Groß Glienicker Stadtverordnete und Ortsteilbeiratsmitglied Andreas Menzel (Bündnis 90/Grüne) warb für eine Deeskalation am Ufer des Sees. „Ich appelliere an die Sperrer, dass sie sich einsichtig zeigen. Der Frieden im Ortsteil sollte einen hohen Stellenwert haben“, sagte Menzel. Er begrüßt indes das „konsequente Vorgehen“ der Stadt. Der Kommunalpolitiker engagiert sich seit Jahren für die Wasserqualität und den ökologischen Erhalt des Sees.

Vor gut einer Woche hatten die beiden Grundstückseigentümer einen Zaun beziehungsweise eine Hecke quer über den Weg gesetzt. Politiker und Bürger vermuten, dass der positive Gerichtsentscheid vor einigen Wochen zugunsten ähnlicher Sperren am Griebnitzsee in Potsdam-Babelsberg die Groß Glienicker Uferanlieger zu ihrem Vorgehen ermuntert hat.

Unterdessen soll ein weiterer Anlieger am Südwestufer Gras auf dem Weg gesät und wiederholt loses Wurzelwerk quer über den Weg gelegt haben. Am Nordufer wurde in Höhe der Straße Am Weinberg ein Metalltor am Weg errichtet und kurzzeitig verriegelt. Wenig später war es wieder offen. Ob der Grundstückseigentümer dafür gesorgt hat oder das Tor gewaltsam aufgesperrt wurde, ist noch unklar.

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.