Regional-Verkehr

Veolia verzichtet auf zwei Bahnstrecken

Thomas Fülling

Der Verkehrsverbund VBB hat 16 Regionalbahnstrecken in Berlin und Brandenburg ausgeschrieben - mit einem Volumen von 1,3 Milliarden Euro. Das private Eisenbahnunternehmen Veolia Verkehr galt als Top-Konkurrent für die Deutsche Bahn. Doch Veolia macht nicht mit und verzichtet damit noch auf viel mehr.

Das in Berlin ansässige private Eisenbahnunternehmen Veolia Verkehr (früher Connex) hat sich nach eigenen Angaben nicht an der Ausschreibung von 16 Regionalstrecken in Berlin und Brandenburg beteiligt. „Das war eine strategische Entscheidung“, begründete Andreas Winter, Marketingchef für die Region Nord-Ost, den Verzicht auf ein eigenes Angebot.

Das zum französischen Veolia-Konzern gehörende Unternehmen galt unter Experten als eines der wenigen, die wirtschaftlich als stark genug angesehen wurden, mit der bundeseigenen Deutschen Bahn um Großaufträge zu konkurrieren. Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) hat Nahverkehrsleistungen mit einem Volumen von etwa 1,3 Milliarden Euro ausgeschrieben. Am Montag lief die Angebotsfrist aus.

Eine Folge des Veolia-Verzichts ist, dass es Ende 2011 auf den Strecken von Berlin-Wannsee nach Jüterbog (Teltow-Fläming) sowie von Brandenburg/Havel nach Rathenow (Havelland) einen Betreiberwechsel geben wird. Beide Linien werden seit 2007 als Märkische Regiobahn von der Ostseeland Verkehr GmbH, einem Joint Venture von Veolia mit der Nahverkehr Schwerin GmbH, betrieben. Bei den regelmäßigen Qualitätsstudien des VBB hatte die Märkische Regiobahn mehrfach Bestnoten bekommen. Für die etwa 20 Mitarbeiter der Märkischen Regiobahn soll nach Ende der Betriebszeit eine sozialverträgliche Lösung gefunden werden, so Winter. Denkbar sei auch eine Übernahme durch den zukünftigen Linien-Betreiber.

Nicht betroffen vom Ausschreibungsverzicht sind die Interconnex-Züge, die Veolia täglich von Berlin nach Rostock/Warnemünde sowie nach Leipzig fahren lässt.