Eisenhüttenstadt

Großbrand in Einkaufscenter nach Explosion

Durch den Großbrand in einem Einkaufszentrum in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) ist am Sonntag nach ersten Schätzungen ein Millionenschaden entstanden. Der Brand wurde möglicherweise durch eine Explosion ausgelöst – die Polizei ermittelt wegen des Verdachts auf Brandstiftung.

Das Feuer ging laut Polizei womöglich von einer Gaststätte aus, wo es zuvor zu einer Explosion kam, und griff dann auf einen Möbelmarkt und ein angrenzendes Lager über. Dort lösten die Flammen die Sprinkleranlage aus. Weil sich das Feuer über das Dach ausbreitete, wurden weitere Geschäfte und Büros der „Nordpassagen“ in Mitleidenschaft gezogen. Wo genau der Brandherd lag, sollen Experten des Landeskriminalamtes am Montag herausfinden.

In der Nähe fand eine Passantin einen Mann mit schweren Brandverletzungen. Er wurde per Hubschrauber in eine Berliner Spezialklinik geflogen. Seine Identität wie auch die Ursache für die Verletzungen waren zunächst noch unklar, wie die Polizei in Fürstenwalde mitteilte. Ein Autofahrer habe die Polizei alarmiert, als er einen Knall hörte und eine schwarze Rauchwolke sah, berichtete ein Sprecher des Polizeipräsidiums Frankfurt (Oder). Über Stunden standen dunkle Rauschschwaden über dem Gebäudekomplex.

Anwohner wurden vorsorglich aufgefordert, ihre Fenster – auch wegen der Geruchsbelästigung – geschlossen zu halten. Mit Hilfe eines Messwagens wollte die Feuerwehr herausfinden, ob der Rauch gesundheitsgefährdend ist. Die Löscharbeiten dauerten bis zum Sonntagnachmittag an, weil sich laut Polizei in den Zwischendecken Brandnester hielten. Feuerwehrzüge aus Fürstenberg, Neuzelle und Finkenheerd kamen den Einsatzkräften aus Eisenhüttenstadt zur Hilfe. Auch die Betriebsfeuerwehr des benachbarten Stahlwerks von ArcelorMittal schloss sich an. Insgesamt seien rund 110 Helfer zur Stelle gewesen, sagte Polizeisprecher Detlef Lüben.

Zur Brandursache und der genauen Schadenssumme könnten noch keine Angaben gemacht werden. Unter anderem seien Sprengstoffexperten für die anstehenden Untersuchungen angefordert worden, sie könnten aber ihre Arbeit nicht vor Montag aufnehmen. Die Kriminalpolizei ermittele wegen des Verdachts der Brandstiftung.