Interne Ermittlungen

Brand von Polizisten nicht bemerkt - Seniorin stirbt

Nach dem Tod einer 81 Jahre alten Rentnerin in Niederlehme (Dahme-Spreewald) durch Rauchgas ermittelt die Polizei in den eigenen Reihen. Geklärt werden soll, ob bei dem Einsatz Fehler gemacht wurden. Nach einem Feueralarm waren Beamte unverrichteter Dinge wieder abgezogen. Wenige später war die Frau tot.

Am frühen Sonntagmorgen war in einer ofenbeheizten Wohnung an der Werftstraße 2 ein Schwelbrand ausgebrochen. „Um 6.40 Uhr alarmierte eine Nachbarin über den Notruf 110 die Polizei“, sagte Thomas Wilde, Pressesprecher des Schutzbereiches Dahme-Spreewald. Der Anruf erreichte das Lagezentrum der Polizei in Frankfurt (O.). Dort schilderte die Zeugin, dass sie vor etwa 55 Minuten im Hausflur Qualmgeruch wahrgenommen habe. Auf Klingeln und Klopfen habe die Rentnerin nicht reagiert.

„Die Kollegen von der Wache Königs Wusterhausen trafen kurz vor sieben Uhr an der Wohnung ein“, so Thomas Wilde. Doch sie hätten dort nichts Auffälliges bemerkt und verließen den Ort gegen 7.10 Uhr zu einem weiteren Einsatz. „Die Kollegen hatten an der Wohnungstür des Opfers keinen Hinweis auf Brandgeruch wahrgenommen, noch haben sie Flammen oder Qualm bemerkt“, so Wilde weiter.

Etwa 35 Minuten später wollte eine Mitarbeiterin eines Pflegedienstes zu der 81-Jährigen. Als sie die Wohnung mit einem Schlüssel öffnete, schlug ihr der Qualm entgegen. Von einer Nachbarwohnung aus rief sie gegen 7.46 Uhr die Polizei – wieder über Notruf.

„Wegen des jetzt konkreten Hinweises auf ein Brandgeschehen alarmierte der Lagedienst in Frankfurt (O.) dieses Mal gleich die Kreisleitstelle mit“, so Polizeisprecher Wilde weiter. Fast zeitgleich rückten die Feuerwehren Niederlehme und Zernsdorf aus. Die Retter löschten den Brand, Sanitäter versuchten vergeblich, die 81-Jährige wieder zu beleben.

Die übrigen Mieter wurden von der Feuerwehr evakuiert. Ein junger Mann wurde dabei aus der Etage über der Brandwohnung gerettet und mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus gebracht. Ein Brandkommissariat des Schutzbereichs hat – mit Unterstützung durch Ermittler des Landeskriminalamtes – die Ermittlungen aufgenommen. „Hier im Schutzbereich wird der Vorgang intern durch die Vorgesetzten geprüft“, sagt Polizeisprecher Thomas Wilde. Geklärt werden soll, ob sich die Beamten korrekt verhalten und die richtigen Informationsabläufe eingehalten wurden.