Studie

Kein warmes Essen bei Hartz IV

Ein warmes Mittagessen oder gar ein Kinobesuch ist für Hartz-IV-Empfänger nicht immer erschwinglich. Einer Studie zufolge mangle es sechs bis 17 Prozent der Bezieher von Arbeitslosengeld zeitweise an sogenannten elementaren Gütern, antwortete Brandenburgs Sozialministerin Dagmar Ziegler (SPD) auf eine parlamentarische Anfrage.

Die Ministerin bezog sich auf Erkenntnisse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Die Forschungseinrichtung führt demnach in ihrer Untersuchung des Lebensstandards von Hartz-IV-Empfängern beispielsweise rezeptfreie Medikamente, monatliche Konzert- oder Kinobesuche oder den gelegentlichen Kauf neuer Kleidung als Indikatoren auf.

Die Auswertung zeige, dass der Besuch kultureller Veranstaltungen für 61 Prozent der Betroffenen nicht möglich sei, so Ziegler. Ein monatlicher Restaurantbesuch oder eine Urlaubsreise komme für 76 bis 82 Prozent dieser Menschen nicht in Betracht. Es sei zwar fraglich, inwieweit höherwertige Güter zu den Grundbedürfnissen zählten, sagte Ziegler. Für unstrittig halte sie aber die Schlussfolgerung, dass mit Hartz IV die Lebensqualität der Betroffenen sinke.