Abwasserstreit

Amtschef zeigt Lehrerin Doris Groger an

Im Abwasserstreit in Briesensee (Dahme-Spreewald) um eine Nutzwasser-Rückgewinnungsanlage hat der Chef des Amtes Lieberose/Oberspreewald, Bernd Boschan, das Schulamt Wünsdorf eingeschaltet. In einem Schreiben an die Behörde hat er die Verfassungstreue der Lehrerin Doris Groger angezweifelt.

Sie soll in der Öffentlichkeit die freiheitliche, demokratische Grundordnung infrage gestellt haben. Die 56-Jährige wehrt sich seit mehr als zehn Jahren gegen den Zwangsanschluss ihres Grundstücks an die öffentliche Kanalisation mit dem Verweis auf ihre ökologische Wiederaufbereitungsanlage. Nach dem das Verwaltungsgericht Cottbus 2007 die Rechtsauffassung des Amtes bestätigte, wonach Groger ihr Haus anschließen lassen muss, ist der Streit eskaliert.

Am vergangenen Mittwoch ließ der Amtsdirektor mittels Polizeieinsatz den Zwangsanschluss durchsetzen. Groger wurde vorübergehend festgenommen und mit einer Strafanzeige wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte belegt. Donnerstag musste sie sich vor dem Schulamt Wünsdorf verantworten. "Der Amtsdirektor hatte sie per Brief beim Schulamt angezeigt, dass sie in einem angeblich öffentlich geführten Vermittlungsgespräch in der Polizeiwache Lübben im Mai die Arbeit der Gerichte angezweifelt und getroffene Urteile nicht akzeptiert hat", so Grogers Anwalt Wolfram Beck. Seine Mandantin sei damals allerdings als Privatperson aufgetreten und nicht als Lehrerin.

( rus )