Abwasserstreit in Briesensee

Amt setzt Zwangsanschluss durch – mit Polizeigewalt

Georg-Stefan Russew

In Briesensee ist es am Mittwoch zu einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen Polizei und Einwohnern gekommen, die sich gegen den Zwangsanschluss ihrer Grundstücke an eine Nutzwasser-Rückgewinnungsanlage gekommen. Die Polizei nahm eine Grundstückseigentümerin und ihre Sympathisanten in Gewahrsam.

Der Abwasserstreit in Briesensee bei Lübben (Dahme-Spreewald) um eine Nutzwasser-Rückgewinnungsanlage ist am Mittwoch erneut eskaliert. „Die Polizei hat dem Amt Lieberose/ Oberspreewald Vollzugshilfe geleistet. Wir waren mit 24 Beamten im Einsatz", sagte ein Polizeisprecher Thomas Wilde Morgenpost Online. Da sich die Eigentümerin Doris Groger weigerte, Polizei und Amtsmitarbeiter auf ihr Grundstück zu lassen, wendeten die Beamten unmittelbaren Zwang an. Da Groger auch einen Platzverweis nicht befolgte, wurde die 56-Jährige vorübergehend festgenommen. Auch gegen vier weitere Personen, die mit Groger sympathisierten, wurden von der Polizei abgeführt.

Im Anschluss hat eine vom Amt Lieberose/Oberspreewald beauftragte Firma die Nutzwasserrückungsgewinnungsanlage der Familie Groger abgeklemmt und das Grundstück an das öffentliche Abwassernetz angeschlossen. Alle Maßnahmen, mit Gesprächen und Gerichtsbeschlüssen, Frau Groger zu bewegen, ihr Grundstück anschließen zu lassen, sind fehlgeschlagen. Deshalb heute dieser Einsatz", so Amtsdirektor Bernd Boschan.

Nach Abschluss der Anschlussarbeiten sind alle fünf wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Gegen Doris Groger und ihren Sohn Peter wurde Anzeige wegen Widerstands gegen Vollzugsbeamte erstattet.