Groß Pankow/Neuruppin

Spray-Alarm: Ferienlager in der Prignitz evakuiert

dpa/BM

Groß Pankow/Neuruppin.  Der offenbar zu großzügige Einsatz von Mückenspray hat am Freitagvormittag in Groß Woltersdorf (Prignitz) zur Evakuierung eines Kinderferienlagers geführt. Am Morgen habe ein 14 Jahre altes Mädchen in dem Zeltcamp das Bewusstsein verloren und sei von Rettungskräften der Feuerwehr Wittenberge ins Krankenhaus gebracht worden, teilte die Polizei in Neuruppin mit.

Nach Angaben der Feuerwehr, die das Lager evakuierte, kam ein weiteres Mädchen in eine Klinik, dem zuvor übel geworden war. Bei den Einsatzkräften bestand zunächst die Vermutung, dass sich dort Gase oder gefährliche Stoffe ausbreiten würden, wie ein Sprecher der Polizeidirektion Nord sagte.

Bei dem bewusstlosen Mädchen hatten behandelnde Ärzte eine Gasvergiftung festgestellt. Daraufhin brachte die alarmierte Feuerwehr sämtliche 51 Kinder, die in dem Ferienlager in dem Ortsteil der Gemeinde Groß Pankow zu Gast waren, in Sicherheit und nahm dort eine Messung vor. Die Einsatzkräfte konnten dabei jedoch keine Gase oder gefährlichen Stoffe feststellen. Schließlich stellte sich heraus, dass die beiden Mädchen am Vorabend in ihrem Zelt eine große Menge eines Sprays versprüht hatten. Nach Polizeiangaben hatten bereits am Donnerstagabend drei weitere Mädchen über Unwohlsein geklagt. Die Polizei bestätigte zudem Medien-Informationen, wonach es sich um Mückenspray handelte. Die drei anderen Mädchen, die im selben Zelt gewesen waren, kamen ebenfalls vorsorglich in eine Klinik.

Die betroffenen Kinder blieben zunächst zur Beobachtung in dem Krankenhaus, Lebensgefahr bestand am Freitagabend nach Polizeiangaben aber nicht. Die Sicherheitskräfte gaben das Camp am Nachmittag wieder frei. Die Polizei stellte die Spraydosen für Untersuchungen sicher und leitete ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung ein.

( dpa/BM )