Templin (Uckermark)

"Spaghettimonster-Kirche" pocht auf eigene Schildermasten

Ende vergangenen Jahres hatten Schilder mit einem „Spaghettimonster“ für Aufsehen gesorgt. Am selben Mast waren auch die Schilder von Kirchen befestigt. Doch das Land ließ sie wieder abhängen.

Foto: www.pastafari.eu

Die "Spaghettimonster-Kirche" besteht weiter darauf, ihre Schilder in Templin (Uckermark) an eigenen Masten aufzuhängen. Nur so sei sie anderen Religionsgemeinschaften gleichgestellt, sagte der Vereinsvorsitzende Rüdiger Weida am Dienstag. Das Aufstellen eigener Masten sei ihm in Gesprächen Ende 2015 von der Straßenmeisterei zugesichert worden. "Das muss auch umgesetzt werden", sagte er.

Zu einem Schreiben des Vereins an den Betrieb sagte eine Sprecherin: "Wir sind nicht mehr zuständig." Grund: Das Kulturministerium habe die "Spaghettimonster-Kirche" nicht als Glaubensgemeinschaft eingestuft, ihre Behörde sei jedoch nur zuständig für die Beschilderungen von Religionsgemeinschaften in Orten. Daher gebe es keine rechtliche Grundlage, in der Sache etwas zu entscheiden. Darüber hinaus habe der Verein nie eine formell korrekte Genehmigung für die Masten erhalten.

"Asyl" an städtischen Masten

Die satirischen "Nudelmesse"-Schilder waren im Dezember von Kirchenmasten abgehängt worden. Mit Erlaubnis der Stadtverwaltung durfte der "Spaghettimonster"-Verein seine Hinweisschilder aber ersatzweise an einige Masten für die Städtepartnerschaften Templins hängen. Die Schilder hätten dort "Asyl", bis der Rechtsstreit beendet sei, sagte Bürgermeister Detlef Tabbert (Linke).

Mit den Schildern informiert die sogenannte "Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland" über Tag und Zeit der Messe. Der Verein, der nach eigenen Angaben bundesweit 160 Mitglieder hat, will auf die Gleichbehandlung von Weltanschauungen aufmerksam machen.

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