Energiekonzern

Vattenfall verkauft Service-Sparte - Lausitz betroffen

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Während für die Braunkohle-Sparte in der Lausitz noch ein Käufer gesucht wird, hat sich für die Service-Sparte schon einer gefunden. 400 Mitarbeiter in der Lausitz und in Berlin sind betroffen.

Der schwedische Energiekonzern Vattenfall verkauft seine deutsche Dienstleistungssparte. Dazu zählen die Lübbenauer VSG GmbH (Oberspreewald-Lausitz), ihre Tochtergesellschaft Tegema GmbH sowie eine Hamburger Firma.

Die Unternehmen sind für mehrere Vattenfall-Standorte zum Beispiel im Kantinenbetrieb oder Wachdienst tätig. Insgesamt sind rund 500 Mitarbeiter von dem Verkauf betroffen, davon etwa 400 in der Lausitz und Berlin. Käufer ist eine Tochter des dänischen Service-Unternehmens ISS mit Sitz in Düsseldorf. Die ISS Facility Services GmbH sicherte am Mittwoch zu, dass alle Mitarbeiter der Firmen übernommen werden.

Vattenfall traf gleichzeitig mit ISS eine Fünf-Jahres-Vereinbarung über den Bezug von Dienstleistungen im Gebäudemanagement, wie der Konzern mitteilte. Ein Vattenfall-Sprecher sagte in Berlin: „Für die Mitarbeiter ändert sich das Firmenschild.“ Der Verkauf soll am 1. Januar 2015 abgeschlossen sein.

„Aufträge der Firmen werden fortgesetzt“

Der Geschäftsführer der ISS Facility Services GmbH, Alexander Granderath, betonte: „Alle bisherigen Aufträge der Firmen werden fortgesetzt und wir halten uns an die Tarifverträge und den Kündigungsschutz.“ Über den Verkaufspreis wurde nach Vattenfall-Angaben Stillschweigen vereinbart.

Laut dem Energiekonzern ist der Deal Teil der Konsolidierungsstrategie des staatlichen Unternehmens. „Kantinenbetrieb und Fuhrparkmanagement sind nicht Kerngeschäft eines Energieunternehmens“, sagte der Vattenfall-Sprecher.

Granderath verspricht sich von dem Kauf der Firmen weitere Aufträge von Vattenfall und von externen Firmen. „Wir haben bereits Aufträge von anderen Unternehmen“, sagte der Geschäftsführer. Bislang sei die ISS Facility Services GmbH vor allem im Westen Deutschlands aktiv gewesen.

Tschechischer Konzern an Braunkohle-Sparte interessiert

Vattenfall will sich in der Lausitz auch von seiner Braunkohle-Sparte trennen. Die neue rot-grüne Regierung in Schweden will stattdessen auf erneuerbare Energien setzen. Tausende Arbeitsplätze hängen in Brandenburg und Sachsen von der Braunkohle-Industrie ab. Ob es bereits Gespräche mit potenziellen Käufern gab, wurde bislang nicht kommentiert. Der tschechische Energiekonzern EPH ist nach eigenen Angaben interessiert. EPH besitzt auch die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft Mibrag in Sachsen-Anhalt.

( dpa/bee )