Landtagswahl 2014

Brandenburgs FDP-Vorsitzender erklärt seinen Rücktritt

Die FDP hat auch in Brandenburg bei der Wahl ein Debakel erlitten - obwohl sie alles versucht hatte. Der Spitzenkandidat und der Landesvorsitzende zogen die Konsequenzen.

Foto: Jens Wolf / dpa

Nicht einmal eine Wahlparty haben sie angesetzt, nur einen kleinen Umtrunk. So sicher war die Partei, dass es nicht reichen würde. Denn bis zum Schluss prognostizierten die Umfragen, was am Abend amtlich wurde: Die FDP hat den Einzug in den brandenburgischen Landtag verpasst. „Leider konnten wir auch in Brandenburg nicht unserem Anspruch genügen und einen deutlich sichtbaren und eigenständigen Weg eines ‚Brandenburgischen Liberalismus‘ etablieren“, sagte Spitzenkandidat Andreas Büttner nach den ersten Prognosen. Insofern sei das Wahlergebnis auch nicht als alleiniges Ergebnis der bis heute bestehenden Defizite auf der Bundesebene zu werten. Büttner und der FDP-Landesvorsitzende Gregor Beyer übernahmen die politische Verantwortung und erklärten ihren Rücktritt.

Stündlich hatte die Partei am Sonntag noch über Twitter versucht, die Menschen zu mobilisieren. Kurz vor Schließung der Wahllokale dann eine letzte Nachricht – geschrieben in Versalien, wie ein letzter verzweifelter Ruf: „Noch eine Stunde bis zur Schließung der Wahllokale – LETZTE CHANCE – BEIDE STIMMEN FDP!!!“

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Der Wahlkampf der FDP war von Beginn an ein Kampf ums Überleben. Wohl auch deswegen entschied sie sich für eine außergewöhnliche Kampagne. So sorgte die Partei zuerst mit dem Slogan „Keine Sau braucht die FDP!“ bundesweit für Aufsehen. Spitzenkandidat Andreas Büttner hatte dazu erklärt, die Partei habe mit dem Plakat die Stimmung in der Bevölkerung aufgegriffen, um wieder wahrgenommen zu werden.

Kurz vor der Wahl dann das nächste provokative Plakat mit den deutlichen Worten „Biber abschießen!“. Landeschef Gregor Beyer erklärte, man wolle nicht alle Tiere töten, es brauche aber ein Bibermanagement im Land. Andreas Büttner verteidigte am Abend noch einmal die Kampagne: „Wir haben die Chance, die wir vielleicht gar nicht hatten, engagiert wahrgenommen, und unsere Aussage ,Keine Sau braucht die FDP‘ war auch ein Beitrag zum so lange ausgebliebenen ,Sich-selbst-ehrlich-machen‘!“

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