DNA-Spuren

Getötetes Baby - Potsdamer müssen Speichelprobe abgeben

Zweieinhalb Jahre nach dem Fund einer Babyleiche in Potsdam wollen die Ermittler per DNA-Reihenuntersuchung die Eltern finden. Ab Juli müssen Anwohner bei der Mordkommission eine Speichelprobe abgeben.

Foto: Steffen Pletl

Mehr als zwei Jahre nach dem Fund eines toten Babys im Stadtteil Potsdam West am 23. Dezember 2011 fehlt noch immer jede Spur zu den Eltern. Bis heute seien keine sachdienlichen Hinweise eingegangen, teilte die Polizei mit. Auch eine Belohnung von 10.000 Euro – die bereits Anfang 2012 ausgesetzt wurde – führte bisher zu keinem Fahndungserfolg. Auch die öffentliche Fahndung in der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ hatten keine sachdienlichen Hinweise erbracht. Nun soll eine DNA-Reihenuntersuchung weiterhelfen.

Zu dem grausigen Fund kam es einen Tag vor Heiligabend 2011: Ein Anwohner entdeckte die Leiche eines Babys in einem blutverschmierten Handtuch. Das Kind lag auf einem Garagenhof zwischen einem Plattenbauviertel und der Bahnstrecke Potsdam-Beelitz-Schönefeld. Die Obduktion ergab Hinweise auf äußere Gewalteinwirkungen. Bei dem Baby handelte es sich um ein Mädchen. Aus dem Handtuch konnten Rechtsmediziner Blutspuren isolieren.

Nun werden Frauen, die zwischen 17 und 48 Jahre alt sind sowie Männer, die zwischen 20 und 48 sind und im Dezember 2011 im Wohngebiet Potsdam West wohnten ab dem 7. Juli zu Speicheltests gebeten. Die gewonnenen DNA-Proben sollen ausschließlich und in anonymisierte Form mit den am Tatort gefundenen DNA-Proben abgeglichen werden, teilte die Polizei am Montag mit.