ADAC-Studie

Wo Bootsurlauber Brandenburgs beste Häfen finden

Der ADAC hat bundesweit 124 Wassersportanlagen bewertet - und in Werder an der Havel gleich dreimal die Spitzennote vergeben. Damit ist die Stadt in Brandenburg führend – noch vor Sanssouci.

Foto: Resort Schwielowsee-Hafen / R

Bootsurlauber können sich künftig vor dem Start ihrer Touren auf den Havelseen über die Ausstattungs-Qualität der Marinas zwischen Berlin-Spandau und Brandenburg/Havel informieren. Bundesweit erstmals hat die Wassertourismusinitiative von mehreren Anrainergemeinden mit dem Automobilclub ADAC die Wassersportanlagen revierumfassend klassifiziert. „Jeweils bis zu fünf Steuerräder wurden für 87 Anlagen in zwei Bereichen – Technik und Service sowie Verpflegung und Freizeit vergeben“, sagte Matthias Wedepohl von der Wassertourismusinitiative am Dienstag bei der Präsentation der Ergebnisse in Potsdam.

Mit fünf Steuerrädern dürfen sich in Brandenburg lediglich drei Wassersportanlagen schmücken. Alle sind in Werder/Havel (Potsdam-Mittelmark). Der Hafen im Resort Schwielowsee bekam im Bereich Freizeit fünf Steuerräder. Der Hafen Havelauen und der Hafen Zernsee erhielten fünf Steuerräder im Bereich Technik. Fünf Steuerräder stehen für ein außergewöhnliches Angebot, also für Luxus. Drei Steuerräder bedeuten gehobenen Standard, zwei Sterne Standard und ein Steuerrad steht für ein eingeschränktes Angebot. Im Bereich Freizeit bieten ein Viertel aller Anlagen im Wassersportrevier drei oder mehr Steuerräder. Bei der Technik liegen zwei Drittel der Anlagen im Mittelklasse-Bereich.

Anhand der Steuerräder können Bootsurlauber auf einen Blick sehen, ob die Anlage ihren Anforderungen entspricht. „Die Qualität eines Reviers zeigt sich nicht darin, dass es möglichst viele Sportboothäfen mit vier oder sogar fünf Steuerrädern aufweist“, sagte Wedepohl. So wie Städtereisende nicht nur Vier- oder Fünf-Sterne-Hotels haben wollen, steuern manche Urlaube eine Anlage mit ein oder zwei Steuerrädern an.“ Für Wedepohl gilt: „Nötig ist eine gute Mischung mit Qualitäts-Ausstattungskategorien, wie dies für die Potsdamer und Brandenburger Havelseen der Fall ist.“

Vier Steuerräder für den Campingpark Sanssouci in Potsdam

Im Bereich Freizeit sind vier Steuerräder unter anderem an die Anlage am Campingplatz Riegelspitze in Werder, den Naturhafen Kützkow/Erlebnishof und den Campingpark Sanssouci in Potsdam vergeben worden. Im Bereich Technik gingen vier Steuerräder an den Hafen Ringel in Werder, die Havel Marin GmbH in Brandenburg/Havel und an den Hafen Brandenburg in Plaue. Drei Steuerräder im Bereich Technik sowie Freizeit erhielt der Hafen am Tiefen See in Potsdam, auch der Hafen in Beetzsee/Brielow. Die Steganlage in Ketzin hat drei Steuerräder für das Freizeitangebot, ebenso das Wassersportzentrum Alte Feuerwache in Brandenburg/Havel, die Fichtner Marine GmbH in Groß Kreutz sowohl für Technik als auch Service.

Zwei Steuerräder in beiden Kategorien bekam der Campingplatz Himmelreich am Schwielowsee. Im Bereich Technik und Service gingen unter anderem zwei Steuerräder an den Anlegeplatz am Naturcampingplatz „Seeblick“ am Restaurant Anglerklause in Werder wie auch an den Naturcampingplatz „Seeblick“ in Kloster Lehnin und die Bootswerft Müller in Potsdam. Ein Steuerrad wurde in beiden Kategorien an die Anlage vor der Gaststätte Havelgarten in Potsdam und das Haus am See in Schwielowsee vergeben.

37 Wassersportanlagen erreichen ADAC-Mindestkriterien nicht

Der Inspekteur hat unangemeldet 124 Wassersportanlagen überprüft, die Mindestkriterien haben allerdings nur 87 erfüllt. Erforderlich waren unter anderem mindestens zwei Gastliegeplätze, eine Stromversorgung mit 230 Volt, Toilettenanlage und Wasseranschluss. Die meisten Anlagen fielen aus der Wertung, weil es sich um Einzelanlagen oder Kanuanlegestellen handelte.

Das Ergebnis sei durchaus erfreulich, so das Fazit des stellvertretenden Leiters Wassertouristik und Sportschifffahrt beim ADAC, Axel Brinkmann. „Insgesamt ist der Eindruck gut, nur drei Anlagen sind schlecht und elf renovierungsbedürftig.“ Neun Prozent wurden mit sehr gut bewertet, 36 Prozent mit gut. 43 Prozent der Anlagen böten einen überdurchschnittlichen Eindruck. Hingegen waren neun Prozent gerade „noch akzeptabel“. Lediglich drei Anlegemöglichkeiten wurden als schlecht eingestuft.

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