Brandenburg

CDU legt alle Spitzenämter in die Hände von Schierack

Die Brandenburger CDU setzt im Superwahljahr allein auf das Gesicht ihres Landeschefs. Michael Schierack übernahm jetzt auch noch den Fraktionsvorsitz. Das Ergebnis der Wahl fiel eindeutig aus.

Foto: Nestor Bachmann / ZB

Der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl, Michael Schierack, ist zum neuen Vorsitzenden der Fraktion im Potsdamer Landtag gewählt worden. Damit setzt die oppositionelle Brandenburger CDU im Wahlkampf allein auf das Gesicht ihres Landeschefs.

Wie die Fraktion am Dienstag mitteilte, erhielt der 47-Jährige 16 von 17 gültigen Stimmen. Zwei Abgeordnete fehlten entschuldigt. Mit Spannung war erwartet worden, ob die in der Vergangenheit oft zerstrittene Fraktion Geschlossenheit zeigen würde. Die SPD hatte bereits weitere personelle Wechsel bis zur Wahl vorausgesehen.

Der bisherige Fraktionschef Dieter Dombrowski hatte vergangene Woche seinen Rückzug bekanntgegeben, um personelle Klarheit für das Superwahljahr mit Europa-, Kommunal- und Landtagswahl zu schaffen. Schierack war der einzige Kandidat für die Nachfolge des 62-Jährigen.

Dieter Dombrowski ist neuer Vize

Dombrowski wurde mit 15 von 17 gültigen Stimmen zum stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden gewählt. Er hatte im September 2012 in einer knappen Abstimmung den Vorsitz übernommen und war damals auf Saskia Ludwig gefolgt, die zuvor Fraktions- und Landeschefin gewesen war. Ihr war nach internen Querelen das Vertrauen entzogen worden. Danach hatte es eine Trennung der Ämter gegeben.

Schierack will auf einen sachlichen Wahlkampf setzen und damit die rot-rote Landesregierung ablösen. Umfragen zufolge wäre eine Koalition mit der SPD die einzige Machtperspektive für die CDU, die ein Bündnis mit der Linken ablehnt. Nach der letzten Wahl hatte Rot-Rot allerdings Rot-Schwarz abgelöst.

Bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr war die CDU in Brandenburg deutlich vor der SPD gelandet. Jüngste Umfragen für das Land fielen dagegen ganz anders aus. Danach würden die Christdemokraten nur drittstärkste Kraft nach SPD und Linken werden. Der neue Landtag wird in Brandenburg am 14. September gewählt. Am 25. Mai sind zudem Kommunalwahlen und die Europawahl.

Bei der Wahl zum Landesvorsitzenden hatte Schierack im November 2012 nur knapp 70 Prozent der Stimmen erhalten. Damals hatten Grabenkämpfe in der Landtagsfraktion, aber auch Streit um die Nominierung von Bundestagskandidatinnen für reichlich Schlagzeilen gesorgt.

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