Nach Insolvenz

Chinesen kaufen Conergy-Solarfabrik in Frankfurt (Oder)

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Foto: Bernd Settnik / dpa

Nach einer monatelangen Zitterpartie ist ein Investor für das Modulwerk des insolventen Solarunternehmens gefunden. Dennoch gehen in Frankfurt (Oder) erneut Arbeitsplätze verloren.

In Frankfurt (Oder) sollen in Zukunft unter chinesischer Regie Solarmodule gefertigt werden. Der Produktionsbetrieb des insolventen Solarunternehmens Conergy werde an den Modulhersteller Astronergy verkauft, teilten Geschäftsführung und Insolvenzverwalter am Donnerstag bei einer Betriebsversammlung in Frankfurt mit.

Astronergy ist ein Tochterunternehmen der chinesischen Chint-Gruppe. Rund 200 Arbeitsplätze sollen durch die Übernahme langfristig gesichert werden, 80 Jobs werden dagegen abgebaut.

Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat laufen, die Verträge sollen spätestens bis Weihnachten unterschrieben sein. „Wir sind auf der Zielgeraden, eine Einigung steht kurz bevor“, sagte Geschäftsführer Sven Starke. Trotz der Einschnitte sei der Verkauf an Astronergy eine zukunftsfähige Lösung: „Im Gegenzug sind der Erhalt des Standorts und die Sicherung von rund zwei Dritteln der Stellen in greifbarer Nähe.“

Beschäftigten sind derzeit in Kurzarbeit tätig

Die Frankfurter Modulfabrik solle Bestandteil einer global agierenden Gruppe werden und von den weltweiten Vertriebskanälen profitieren, sagte der Vizepräsident von Astronergy, Chuan Lu: „Wir sind von der hohen Qualität der Produktion und Fachkenntnis am Standort absolut überzeugt.“

Der Betriebsrat im Frankfurter Conergy-Werk hat mit gemischten Gefühlen auf den geplanten Verkauf an den chinesischen Modulhersteller Astronergy reagiert. „Wir freuen uns natürlich, dass sich ein Investor gemeldet hat“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Harald Frick am Freitag, „aber die hohe Zahl an geplanten Entlassungen hat uns schockiert.“ Man sei nach den Informationen der letzten Wochen von deutlich geringeren Zahlen ausgegangen.

Frick sagte, dem Betriebsrat liege bislang kein Konzept der neuen Eigentümer vor. Die derzeitige Form der Produktion sei mit 200 Beschäftigten nicht möglich. Die 280 Beschäftigten in Frankfurt (Oder) sind derzeit in Kurzarbeit tätig.

Auch für den zweiten Produktionsstandort von Conergy, das Gestellwerk Mounting Systems im brandenburgischen Rangsdorf, sei eine Lösung in Sicht, hieß es weiter. Hier sollen 150 Arbeitsplätze erhalten bleiben. Von den 200 Mitarbeitern dort sind schon jetzt 52 freigestellt; sie werden durch eine Transfergesellschaft aufgefangen.

Die Jobs von 30 Kollegen einer Tochtergesellschaft in Sacramento (US-Bundesstaat Kalifornien) bleiben ebenfalls erhalten. Den Namen des Investors für Rangsdorf veröffentlichte Conergy noch nicht, aber auch hier sollen bis Weihnachten die Verträge unterschrieben werden.

Conergy hatte im Juli 2013 Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen wurde teilweise vom US-Finanzinvestor Kawa übernommen.