Brandenburg

Lokführer bei Güterzugunglück in Hosena verletzt

Am Knotenpunkt Hosena im südlichen Brandenburg ist ein Lokführer mit seinem Güterzug auf eine stehende Bahn gefahren. Im Juli 2012 gab es dort schon einmal ein ähnliches Unglück.

Im südbrandenburgischen Verkehrsknotenpunkt Hosena (Oberspreewald-Lausitz) ist es erneut zu einem schweren Zugunglück gekommen. Dabei wurde ein 51 Jahre alter Lokführer verletzt.

Zu dem Unfall am Montagabend kam es nach Angaben der Deutschen Bahn AG, als ein leerer Güterzug gegen 18.30 Uhr auf einen mit 3500 Tonnen Split beladenen Güterzug eines anderen Unternehmens auffuhr. Der Lokführer wurde der Polizei zufolge zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht. Zunächst hatte es geheißen, es habe keine Verletzten gegeben.

Die Lokomotive, die Güterwagen und die Infrastruktur des Bahnhofs seien durch den Zusammenstoß stark beschädigt worden, teilte die Bahn am Dienstagmorgen weiter mit.

Die Ursache für das Unglück ist nach Angaben der Bundespolizei noch völlig unklar. Möglich seien ein technischer Defekt oder menschliches Versagen, sagte am Dienstag eine Sprecherin der Bundespolizeiinspektion Forst. Ermittler hätten den Fahrtenschreiber sichergestellt.

Auch wurde ein Polizeihubschrauber der Bundespolizei zur Unfalldokumentation eingesetzt. Spezialisten führen die kriminaltechnische Spurensicherung durch. Der verletzte Lokführer sei bisher noch nicht befragt worden.

Behinderungen im Regionalverkehr

Der Unfall hat Auswirkungen auf den Regionalbahnverkehr. Auf den Regionalexpress-Linien RE11 Leipzig-Hoyerswerda und RE15 Dresden-Hoyerswerda fahren seit Dienstag nach Bahn-Angaben zwischen Ruhland und Hoyerswerda Busse statt Bahnen.

Wie lange die Unterbrechung des Normalverkehrs dauern wird, war zunächst nicht abzusehen. Es sei aber mit einer längeren Sperrung des Streckenabschnitts und des Bahnhofs Hosena zu rechnen. Denn erst nach Abschluss der bereits begonnenen Ermittlungen des Eisenbahnbundesamtes zu Unfallhergang und -ursache könne mit den Aufräumarbeiten begonnen werden.

Güterzug-Unfall schon 2012

Bereits am 26. Juli 2012 waren zwei Güterzüge an dem Verkehrsknotenpunkt Hosena, wo Züge aus Dresden, Berlin und Leipzig rollen, kollidiert. Damals war ein mit 3000 Tonnen Schotter beladener Zug in einen Güterzug gefahren.

Durch den Aufprall stürzten eine Lokomotive sowie 30 Waggons um und verkeilten sich ineinander. Ein Waggon walzte ein Stellwerk neben der Bahnstrecke nieder, ein 54-jähriger Streckenwärter starb in den Trümmern. Die beiden Unglücksorte liegen nur rund 200 Meter von einander entfernt.

Bis Ende 2014 soll das Ersatzstellwerk nach Angaben der Deutschen Bahn stehen. Die Aufklärung des Falles beschäftigt Justiz und Behörden bis heute.

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