Brandenburg

Kriminelle betäuben Camper mit Gas und rauben sie aus

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Eigentlich ist die Masche vor allem in Mittelmeerländern bekannt: Räuber leiten Betäubungsgas in Wohnmobile und rauben die Camper aus. In diesem Jahr greift diese Methode auch in Brandenburg um sich.

Mit einer eher aus dem Mittelmeerraum bekannten Masche haben sich Kriminelle in diesem Sommer auch in Brandenburg bemerkbar gemacht.

Im Schutz der Dunkelheit wurden die Täter aktiv, brachen in Wohnwagen ein und bestahlen die Camper. Vermutlich leiteten sie zuvor spezielle Betäubungsgase über nur angeklappte Fenster oder Ritzen in die Wohnwagen – so zumindest der Verdacht der Polizei. Die Schlafenden wurden dadurch regelrecht betäubt und bemerkten offenbar nichts vom Geschehen um sie herum.

„Die Diebe brechen dann ein und nehmen alles mit, was nicht niet- und nagelfest ist“, sagt Ulrike Glanz von der Pressestelle der Polizeidirektion Nord. Zuletzt wurden den aktuellen vergleichbare Fälle vor zehn Jahren in Brandenburg registriert. Damals waren aber vor allem Lkw-Fahrer Opfer. Sie wurden nachts in ihren Fahrzeugen bestohlen, nachdem sie durch Gase betäubt wurden.

Entlang der Bundesautobahn Oranienburg – Hamburg (A 24) sowie rund um den Berliner Ring auf der A 10 gab es in diesem Jahr einige Fälle. Allein im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Nord wurden seit Ende Juni etwa ein Dutzend Diebstahls- und Raubdelikte aus Wohnwagen angezeigt. Handys, Laptops und Bargeld wurden nach Angaben von Glanz entwendet. Dann verschwanden die Täter in unbekannte Richtung.

„In drei Fällen wird geprüft, ob bei Ausführung der Taten Betäubungsgas verwendet wurde“, sagte Glanz. Es gebe dafür einige Indizien. Zumindest gaben die Opfer an, sich am nächsten Tag sehr unwohl gefühlt zu haben. „Spuren von den flüchtigen Gasen wurden jedoch nicht gefunden“, betonte die Sprecherin.

Lieber auf Campingplätzen übernachten

Mit gezielten Fahndungen konnten Anfang Juli drei Tatverdächtige gestellt werden. Sie wurden bemerkt, als sie mit einem Auto über den Autohof Fretzdorf (Ostprignitz-Ruppin) fuhren und mehrere parkende Wohnwagen und Wohnmobile ins Visier nahmen. Zivile Polizisten bemerkten, wie sich die Männer an drei Wohnwagen zu schaffen machten.

Die Tatverdächtigen im Alter von 25 bis 30 Jahren wurden festgenommen. Bei Durchsuchung ihrer Wohnungen in Berlin und ihrer Fahrzeuge wurden mögliche Tatwerkzeuge und Mobiltelefone sichergestellt. Ob die Gegenstände einer konkreten Tat zugeordnet werden können, wird noch ermittelt.

Glanz betonte zwar, dass nicht alle Camper und Zeltplatznutzer generell in Gefahr seien. Sie empfahl allerdings, bezahlte Campingplätze zu nutzen. Wilde Stellplätze an Straßen oder Autobahnen seien nicht sicher. Experten raten auch zur vorsorglichen Installation von Gaswarnanlagen.

( dpa/mim )