Eisenhüttenstadt

Unterstützer errichten Protestzelt vor Abschiebegefängnis

Foto: Matthias Balk / dpa

An dem Hungerstreik in der Abschiebehaft im brandenburgischen Eisenhüttenstadt beteiligen sich nach Ministeriumsangaben nur noch vier Menschen. Unterstützer wollen die Situation vor Ort prüfen.

Die Unterstützer der protestierenden Flüchtlinge in Brandenburgs Abschiebegefängnis haben begonnen, ein Zelt vor der Einrichtung aufzubauen. Ein Sprecher der Unterstützer-Initiative der Ausländer sagte, man verlasse sich nicht auf die Angaben des Ministeriums und wolle sich ein eigenes Bild machen.

Nach Angaben des Innenministeriums befanden sich am Dienstag zunächst noch vier Flüchtlinge in dem Gefängnis in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) in einem Hungerstreik. Dass einige der Inhaftierten auch die Aufnahme von Flüssigkeit ablehnten, treffe nicht zu, sagte ein Ministeriumssprecher am Dienstag in Potsdam. Unterstützer hatten dies am Montag angegeben.

Einer der Hungerstreikenden wurde allerdings am Dienstag vorübergehend im Krankenhaus behandelt. Am späten Nachmittag wurde er ins Gefängnis zurückgebracht. Ein Arzt hatte am Mittag angesichts des seit Tagen andauernden Hungerstreiks vorsorglich genauere Untersuchungen angeordnet.

Der Hungerstreik hatte am vergangenen Freitag begonnen. Zunächst beteiligten sich nach Ministeriumsangaben zehn, nach Angaben von Unterstützern elf Menschen, am Montag waren es noch acht. Die Flüchtlinge wollen nach Angaben der Unterstützergruppe ihre Abschiebung verhindern und fordern unter anderem Zugang zu unabhängiger medizinischer und psychotraumatischer Versorgung.

Alle Flüchtlinge in der Abschiebehaft würden medizinisch betreut, hieß es weiter. Forderungen seien an das Ministerium weiterhin nicht herangetragen worden. Im Lauf des Tages will der evangelische Flüchtlingsseelsorger Bernhard Fricke die Hungerstreikenden in Eisenhüttenstadt besuchen.

( dpa/EPD/sei )