Brandenburg

Katharina Reiche gewinnt CDU-Machtkampf

Im Kampf um die CDU-Direktkandidatur im Bundestagswahlkreis Potsdam hat sich Katherina Reiche gegen Konkurrentin Saskia Ludwig durchgesetzt.

Foto: Bachmann / ZB

Die CDU-Politikerin Katherina Reiche hat den Machtkampf um die Direktkandidatur im Bundestagswahlkreis 61 (Potsdam und Umgebung) für sich entschieden. Auf einer Wahlkreisversammlung ihrer Partei in Werder/Havel stimmten am Freitagabend 223 Mitglieder für die 39-Jährige. Ihre Gegenkandidatin Saskia Ludwig erhielt 184 Stimmen.

Reiche hält seit 14 Jahren ein Bundestagsmandat. Ludwig war überraschend gegen sie angetreten. Die 44 Jahre alte Kreisverbandsvorsitzende von Potsdam-Mittelmark hatte Mitte September ihre Ämter auf innerparteilichen Druck aufgegeben.

Während Reiche die Unterstützung der designierten neuen Parteispitze hatte, konnte Ludwig auf den von ihr geführten, landesweit mitgliederstärksten Kreisverband Potsdam-Mittelmark bauen. Dessen Vorstand hatte die 44-Jährige bei nur einer Gegenstimme am 9. Oktober überraschend vorgeschlagen.

Zu der öffentlichen Nominierungsveranstaltung wurden rund 400 Stimmberechtigte der Kreisverbände Potsdam und Potsdam-Mittelmark sowie von Teilen Teltow-Flämings erwartet. Insgesamt waren 1100 stimmberechtigte CDU-Mitglieder eingeladen worden. Während der Kreisverband Potsdam-Mittelmark nach Angaben von Parteisprecher Philip Gursch knapp 750 Mitglieder zählt, seien es in Potsdam 450.

14 Jahre im Bundestag

Die 39-jährige Diplom-Chemikerin Reiche vertritt Brandenburg seit 1998, also seit 14 Jahren, im Bundestag. 2005 wurde sie stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, seit Oktober 2009 ist sie Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium. Ihr wird ein enger Draht zu Bundeskanzlerin Angela Merkel nachgesagt, deren Kurs ihre Gegenkandidatin Ludwig in der Vergangenheit mehrfach kritisiert hatte.

Die bekennende Konservative Ludwig sucht offensichtlich in einer Bundestagskarriere eine neue Zukunft, war allerdings vor dem Wahlgang nicht zu ihren Motiven zu sprechen. In Brandenburg hatte sie gegen die rot-rote Regierung eine Fundamentalopposition betrieben, war aber auch teilweise bei FDP und Bündnis 90/Die Grünen angeeckt. Ein Artikel in der rechtsorientierten Zeitung „Junge Freiheit“ Ende August, der unter anderem die brandenburgischen Medien aufs Korn nahm, war dann mit ausschlaggebend für ihren Sturz.

Der designierte Landesparteichef und damit Ludwig-Nachfolger Michael Schierack hatte Reiche vor der Wahl bereits als das „Aushängeschild der CDU-Brandenburg im Bund“ bezeichnet.