Verbrannte Mädchen

Mordprozess nach Suizidversuch unterbrochen

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Foto: dpa / dpa/DPA

Der Däne, der seine beiden Töchter bei Börnicke verbrannt haben soll, wollte sich in der Untersuchungshaft das Leben nehmen. Dazu hatte er offensichtlich Tabletten gehortet. Nun liegt er gefesselt in einer Klinik - außer Lebensgefahr.

Nach einem Suizidversuch des dänische Vaters, der seine Töchter getötet haben soll, ist der Mordprozess in Potsdam unterbrochen. Das Schwurgericht geht jedoch zunächst davon aus, ihn in einer Woche (29. März) fortsetzen zu können. Dies sagte der Vorsitzende Richter Frank Tiemann am Donnerstag. Der Däne ist wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen angeklagt. Der 40-Jährige hatte vor Gericht gestanden, seine Töchter im Alter von neun und zehn Jahren im Sommer 2011 während eines gemeinsamen Urlaubs in einem Waldstück an der Autobahn 24 bei Börnicke (Havelland) im Auto verbrannt zu haben. Motiv soll ein Streit ums Sorgerecht mit seiner Ex-Frau gewesen sein.

Diese sollte am Donnerstag vor dem Landgericht als Zeugin aussagen. Die 40-Jährige tritt in dem Verfahren auch als Nebenklägerin auf. Wenige Stunden vor dieser dramatischen Begegnung im Gerichtssaal wurde der Angeklagte gegen 5.30 Uhr in der Justizvollzugsanstalt Brandenburg/Havel bewusstlos in seiner Zelle aufgefunden. Bedienstete hätten ihn bei einem Kontrollgang „laut schnarchend“ in seinem Bett aufgefunden, las Tiemann aus einem Bericht der JVA vor. Weil sich der Mann nicht wecken ließ, wurde eine Schwester herbeigerufen. Ein Notarzt veranlasste schließlich, dass der Däne in ein Krankenhaus eingeliefert wurde.

Der 40-Jährige sei in der Untersuchungshaft in medizinischer Behandlung gewesen und habe offensichtlich Tabletten gehortet. „Die Medikamentenabgabe wird zwar überprüft - doch ein Missbrauch ist nie gänzlich auszuschließen“, so ein Sprecher des Justizministeriums. Die behandelnden Ärzte hätten den Dänen zuletzt nicht mehr als selbstmordgefährdet eingeschätzt. Der Mann war in einer Einzelzelle untergebracht in der Vollzugsanstalt Brandenburg/Havel. Dies sei bei Untersuchungshäftlingen so vorgesehen, so der Sprecher.

Nach dem Bericht der Gefängnisleitung hat der Däne Anti-Depressiva und Schlafmittel erhalten. Den Angaben zufolge ist er noch am Donnerstag von der Intensiv- auf die Wachstation verlegt worden. Spätestens in ein bis zwei Tagen werde er wohl verlegt werden können ins Haftkrankenhaus Brandenburg/Havel, verlas Richter Tiemann. In der Klinik werde der Angeklagte bewacht, zudem sei eine Fesselung ans Bett angeordnet.

Die für Donnerstag vorgesehen Vernehmung der Mutter hat das Gericht zunächst auf den 3. Mai verschoben. Dann sollen auch die Mutter des Angeklagten und seine Tante gehört werden, die ebenfalls am Donnerstag aus Dänemark angereist waren.

( dpa/ap )