Urteil

Haus in Erkner explodiert - fünf Jahre Haft

Im Sommer 2011 endete ein Nachbarschaftsstreit im brandenburgischen Erkner mit der Explosion eines Mehrfamilienhauses. Ein 48-Jähriger hatte es mit zwei Komplizen in Brand gesteckt. Er muss nun fünf Jahre ins Gefängnis – deutlich kürzer als vom Staatsanwalt gefordert.

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Rund sieben Monate nach der Explosion eines Hauses in Erkner (Oder-Spree) ist der Haupttäter zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Frankfurt (Oder) hat den 48-Jährigen am Mittwoch der schweren Brandstiftung schuldig gesprochen. Zwei Komplizen im Alter von 42 und 44 Jahren wurden zu einer Freiheitsstrafe von zehn beziehungsweise neun Monaten wegen Beihilfe verurteilt. Ihre Strafen sind zur Bewährung ausgesetzt. Damit blieben die Richter deutlich unter den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Die Urteile seien noch nicht rechtskräftig, sagte ein Gerichtssprecher.

Laut Urteil zog das Trio in der Nacht zum 19. Juni 2011 mit zwei gefüllten Benzinkanistern zu dem Mehrfamilienhaus. Das Motiv war Rache: Der 48-Jährige wollte dem Hauseigentümer einen Denkzettel verpassen, weil dieser ihm Hausverbot erteilt hatte.

Während seine Helfer im Fluchtauto warteten, legte der Mann in einer Wohnung Feuer. Dadurch kam es zu einer Explosion. Weil dabei auch eine Gasleitung beschädigt wurde, kam es zu einer weiteren Explosion. Das Haus stürzte teilweise ein und brannte völlig ab. Ein Mieter konnte sich nur mit knapper Not ins Freie retten. Der Haupttäter zog sich Brandverletzungen zu.

Die Staatsanwaltschaft hatte die Tat nicht nur als besonders schweren Brandstiftung bewertet, sondern auch als Mordversuch. Sie hatte deshalb elf Jahre Haft für den Hauptangeklagten gefordert. Die Komplizen sollten jeweils viereinhalb Jahre hinter Gitter.

Die Richter jedoch sahen keinen Tötungsvorsatz bei dem geständigen 48-Jährigen. Laut Urteil durfte der Mann darauf hoffen, dass niemand durch seine Brandstiftung zu Schaden kommt, erklärte der Sprecher. Denn das Haus wirkte verlassen: Im Haus war kein Licht zu sehen, vor der Tür standen keine Autos. Auch das Klopfen des Täters an eine Wohnungstür blieb ohne Reaktion.

Die Mitangeklagten waren nach Auffassung der Richter aktiv an der Umsetzung der Tat beteiligt. Für den von der Verteidigung geforderten Freispruch sahen sie keinen Raum. Laut Urteil hat der 42-Jährige die Benzinkanister mit ins Haus geschleppt. Der 44-Jährige habe anschließend die Flucht ermöglicht.

Das Trio war damals zunächst nach Polen geflüchtet. Wenig später kehrten sie jedoch nach Deutschland zurück – und wurden festgenommen. Der Haupttäter saß seitdem in Untersuchungshaft.