Jüterbog

Babymord – Eltern beschuldigen sich gegenseitig

Kurz vor Ende des Verfahrens gegen die Eltern eines getöteten Säuglings in Jüterbog haben sich die beiden Angeklagten gegenseitig beschuldigt. Einen "gemeinsamen Tatplan" habe es nicht gegeben, sagte der 35 Jahre alte Vater.

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Nach dem gewaltsamen Tod eines Säuglings in Jüterbog haben kurz vor Prozessende die angeklagten Eltern jeweils den anderen Partner beschuldigt, das Baby nach der Geburt umgebracht zu haben.

In seinem „letzten Wort“ erklärte der 35 Jahre alte Vater am Donnerstagmorgen vor dem Landgericht Potsdam, dass er das kleine Mädchen nicht getötet habe. So wie es gelaufen sei, würde es ihm sehr leidtun. „Einen gemeinsamen Tatplan hat es aber nicht gegeben“, sagte er vor der Schwurgerichtskammer.

Die 38 Jahre alte Mutter dagegen verwies explizit auf die Ausführungen ihres Verteidigers. In seinem Plädoyer hatte er vor einer Woche erklärt, dass der Kindsvater das Kleine auf eigene Faust umgebracht habe.

Die Staatsanwaltschaft hatte für beide wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert. Die Verteidigung plädierte dagegen jeweils auf Freispruch.

Die Staatsanwaltschaft sieht es als erwiesen an, dass das Mädchen sterben musste, damit die Eltern Kosten sparen. Der 35 Jahre alte Kindsvater habe das Baby mit Tritten auf den Kopf gleich nach der Geburt getötet. Die 38 Jahre Mutter habe dies geduldet.

Beide hätten übereinstimmend von Anfang an geplant, dass die Mutter das Kind in aller Heimlichkeit zur Welt bringt – und dass der Säugling dann umgebracht wird. Die Geburt und die Tötung hätten sich am 2. Juni 2009 ereignet. Der 35-Jährige habe die Babyleiche im Garten vergraben und anschließend einbetoniert.

Erst Anfang 2011 hatten Ermittler nach Zeugenhinweisen die Leiche entdeckt. Seitdem sitzen die Eltern in Untersuchungshaft. Das Urteil soll nach Gerichtsangaben am 17. Januar gesprochen werden.