Brandenburg

Zwei Frauen sterben bei Feuer in Plattenbau

In einem Mietshaus in Frankfurt (Oder) sind zwei Frauen bei einem Feuer an Rauchvergiftung gestorben. Ein zwei Monate altes Baby konnte gerettet werden. Die Ermittler suchen noch immer nach der Brandursache.

Es waren dramatische Szenen in dem Plattenbau in Frankfurt (Oder): In einer Wohnung in der ersten Etage bricht am Freitag ein Brand aus. Zwei Frauen halten sich noch dort auf. Zwei mutige Helfer holen laut Polizei die bereits leblosen 45 und 48 Jahre alten Mieterinnen ins Freie - die Frauen können aber nicht mehr gerettet werden. Sie sterben nach Polizeiangaben vom Sonntag an einer Rauchgasvergiftung. Nur leicht verletzt werden hingegen ein zwei Monate altes Baby und eine 20-jährige Frau. Ermittler sind nun dabei herauszufinden, wie es zu dem tödlichen Brand kommen konnte.

Nach dem Feuer sind die Spuren in der Siedlung noch deutlich zu erkennen. Ein Fenster in der ersten Etage des großen Häuserblocks an der Heinrich-Hildebrand-Straße und ein Teil der Fassade sind mit Ruß verschmiert. Vor dem Gebäude liegen am Samstag zwei verbrannte Möbelstücke - es müssen einmal Sessel gewesen sein. In der Nähe hat die Tafel, die Essen an Bedürftige ausgibt, ihre Räume, die Feuerwache ist lediglich ein paar hundert Meter entfernt.

Woran die Frauen starben, hatte eine Obduktion der Leichen am Samstagabend ergeben, wie Polizeisprecher Burkhard Lehmann in Fürstenwalde sagte.

Nicht so rasch geht es mit den Ermittlungen zur Brandursache: Mit Ergebnissen wird Lehmann zufolge erst im Laufe der Woche gerechnet. Fachleute des Landeskriminalamtes werten derzeit Spuren vom Brandort aus. „Das dauert.“ Ermittelt wird wegen Brandstiftung. Ob der Brand fahrlässig verursacht oder vorsätzlich gelegt wurde, könne noch nicht gesagt werden. Derzeit gebe es aber keine Hinweise, dass Außenstehende das Feuer verursacht hätten, hieß es.

Anwohner hatten am Freitagabend gegen 18 Uhr die Feuerwehr alarmiert, nachdem sie den Brand in dem Mietshaus bemerkt hatten. Die Einsatzkräfte waren schnell zur Stelle - dennoch kam für die beiden Frauen jede Hilfe zu spät.

Das Baby und die 20-Jährige wurden in eine Klinik gebracht, konnten aber am Abend wieder entlassen werden, wie Lehmann sagte. Vermutlich seien sie wegen einer möglichen Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gekommen. Die beiden Verletzten wohnen in dem Haus. Die 20-Jährige ist laut Polizei aber nicht die Mutter des Säuglings.

Die 45 und 48 Jahre alten Frauen lebten vor ihrem Tod gemeinsam in der Wohnung. Die beiden 22 und 24 Jahre alten Zeugen, die die beiden noch aus der brennenden Wohnung geholt hatten, hielten sich zum Zeitpunkt des Brandes nicht in den Räumen auf, wie Lehmann sagte. Bis auf die Wohnung, in der das Feuer ausgebrochen war, sei das Haus weiterhin bewohnbar. Nach den Löscharbeiten kehrten die Bewohner wieder in ihre Wohnungen zurück.