Medizinstudien

Fluglärm kann Infarkte und Schlaganfälle auslösen

Berlins Flugrouten-Gegner erhalten Schützenhilfe von Deutschlands Ärzten. Ihren Studien zufolge ist Fluglärm "eine wirkliche Gesundheitsgefahr". Sie fordern mehr Schallschutz und ein komplettes Nachtflugverbot. Der Krach begünstige zahlreiche Krankheiten.

Ein komplettes Nachtflugverbot sowie weitere Schallschutz-Maßnahmen an allen Flughäfen fordern Ärzte aus mehreren Bundesländern. Die Mediziner aus Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bayern und Berlin haben sich zu einem Arbeitskreis zusammengeschlossen, der sich mit den Gesundheitsrisiken von Fluglärm beschäftigt, wie die Bezirksärztekammer Rheinhessen am Montag in Mainz mitteilte.

15 Millionen Menschen seien in Deutschland von Fluglärm betroffen, der „eine wirkliche Gesundheitsgefahr darstellt“. Der Krach begünstige Bluthochdruck, Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Depressionen. Dies zeigten Studien aus Köln, der Schweiz und Dänemark.

Die Belastungen würden durch den Ausbau von Flughäfen weiter zunehmen, stellte der Arbeitskreis fest. Deshalb müssten bei Erweiterungen und Neubauten nicht nur positive Aspekte wie die Schaffung von Arbeitsplätzen beachtet werden, sondern auch negative Auswirkungen wie der Anstieg von Erkrankungen durch Fluglärm.

Am Sonntag protestierten mit einer kilometerlangen Menschenkette um den Müggelsee Berliner Einwohner gegen die geplanten Flugrouten des künftigen Hauptstadtflughafens. Tausende Menschen verteilten sich entlang der rund elf Kilometer langen Strecke um den See im Berliner Südosten.

Seit Wochen kämpfen Friedrichshagener gegen die geplanten Flugrouten über die Müggelsee-Region. Der Deutschen Flugsicherung zur Folge sollen täglich mehr als 120 Flugzeuge das Naherholungsgebiet bei Ostwind überfliegen, wenn der Flughafen im Juni 2012 in Betrieb genommen wird.