Flugrouten-Gegner

24.000 Menschen in Menschenkette am Müggelsee

Hand in Hand gegen Fluglärm: Rund um den Müggelsee haben auf der rund elf Kilometer langen Strecke 24.000 Anwohner gegen die geplanten Flugrouten des Hauptstadtflughafens BER protestiert.

Mit einer kilometerlangen Menschenkette um den Müggelsee haben Berliner Einwohner am Sonntag gegen die geplanten Flugrouten des künftigen Hauptstadtflughafens protestiert. Tausende Menschen verteilten sich am Nachmittag entlang der rund elf Kilometer langen Strecke um den See im Berliner Südosten. „Ein klares Signal, dass wir den Müggelsee schützen wollen“, sagte der Fraktionsvorsitzende der SPD in Treptow-Köpenick, Oliver Igel. Seit Wochen demonstrieren Friedrichshagener gegen die geplanten Flugrouten über die Müggelsee-Region. Der Deutschen Flugsicherung zur Folge sollen täglich mehr als 120 Flugzeuge das Naherholungsgebiet bei Ostwind überfliegen, wenn der Flughafen im Juni 2012 in Betrieb genommen wird.

Am Sonntag nahmen nach Angabe der Friedrichshagener Bürgerinitiative (FBI), die den Protest organisiert, mehr als 24.000 Menschen teil – sie hätten den gesamten Müggelsee umschlossen. „Bei uns war jedenfalls kein Loch mehr frei“, sagte Igel, der vor der AWO in Friedrichshagen stand. Um 15 Uhr reichten sich die Teilnehmer für zehn Minuten die Hände. Auf dem Ostteil des Sees beteiligten sich den Angaben nach zudem mehr als 500 Segel- und Motorboote an der Aktion.

Mit einer 500.000 Euro teuren Kampagne wollen die Betreiber des neuen Flughafens Berlin-Schönefeld (BER) nun für mehr Akzeptanz in der Bevölkerung werben. Eine Umfrage auch im Land Brandenburg habe gezeigt, dass es noch Kommunikationsbedarf gebe, teilte Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage mit. „Darüber kann ich nur herzlich lachen. Das hätten sie mal vor 15 Jahren machen sollen“, sagte Sigrid Strachwitz, Vorsitzende des Bürgervereins Friedrichshagen. Auch Oliver Igel blieb kritisch: „Akzeptanz wird es nur geben, wenn die Belastung und die Lärmbelästigung durch die Flugrouten so gering wie möglich ausfallen.“ Die Betreibergesellschaft, die Flughafen Berlin-Schönefeld GmbH (FBS), trage schließlich die Kosten.