Fall Börnicke

Mordverdacht gegen Vater der verbrannten Mädchen

Ein Gutachten hat ergeben, dass die neun und zehn Jahre alten Mädchen, die in einem Auto im brandenburgischen Nauen verbrannten, vor ihrem Feuertod betäubt wurden. Gegen den Vater hat die Staatsanwaltschaft nun Haftbefehl wegen Mordverdachts erlassen.

Foto: Steffen Pletl

Knapp zwei Wochen nach dem Feuertod zweier dänischer Mädchen im brandenburgischen Nauen steht nun fest, dass sie beim Brandausbruch unter dem Einfluss von Schlafmitteln standen. Dies habe ein toxikologisches Gutachten zweifelsfrei ergeben, teilten Staatsanwaltschaft Potsdam und Polizeipräsidium am Freitag mit.

Gegen den Vater der neun und zehn Jahre alten Mädchen erließ das Amtsgericht Potsdam am Freitag Haftbefehl. Es bestehe nun dringender Tatverdacht wegen zweifachen Mordes. Die Staatsanwaltschaft äußerte gegenüber Morgenpost Online, dass man davon ausgehe, dass als Motiv der Streit um das Sorgerecht für die beiden Kinder in Betracht gezogen werde.

Der schwer verletzte Vater hatte die Ermittler zu dem ausgebrannten Kleinwagen in einem Waldstück nahe der Autobahn 24 geführt, in dem die verkohlten Leichen seiner Kinder lagen. Die Obduktion ergab, dass die Mädchen bei lebendigem Leib fast bis zur Unkenntlichkeit verbrannt waren. Ihre Identität sei inzwischen „rechtssicher“ geklärt, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Danach handelt es sich um die neunjährige Line Sofie und ihre ein Jahr ältere Schwester Marlene Marie. Sie waren auf der Rückreise von einem Deutschland-Urlaub.