Lauchhammer

Geschüttelt - Baby starb an Schädel-Hirn-Trauma

| Lesedauer: 4 Minuten

Im Fall des toten Babys, das am Wochenende in Lauchhammer gefunden wurde, liegt jetzt ein Obduktionsbericht vor. Der Säugling soll an einem schweren Schädel-Hirn-Trauma gestorben sein, nachdem ihn seine Mutter "intensiv geschüttelt" hatte.

Das tot in Lauchhammer entdeckte Baby ist laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung an einem schweren Schädel-Hirn-Trauma gestorben. Das gehe aus dem Obduktionsbericht hervor, schreibt das Blatt (Mittwoch). Die Gerichtsmediziner gingen von einem gewaltsamen Tod aus. Die zuständige Staatsanwaltschaft Cottbus war am Dienstag für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Laut „Bild“-Zeitung soll die Mutter in einer Vernehmung angegeben haben, ihr Kind „intensiv geschüttelt“ zu haben. Dann habe sie es „grob in die Babyschale“ geschubst.

Die Mutter des drei Monate alten Säuglings zunächst festgenommen worden. Nach Recherchen der „Bild“-Zeitung hat die Staatsanwaltschaft aber inzwischen entschieden, keinen Haftantrag wegen Totschlags zu stellen.

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft hatte am Montag lediglich bestätigt, dass am Wochenende die Leiche eines Babys in Lauchhammer (Oberspreewald-Lausitz) entdeckt wurde. Die Ermittlungen liefen „auf Hochtouren“. Einzelheiten wurden nicht mitgeteilt. Die Mutter hatte nach dpa-Informationen in der Nacht zum Sonntag selbst den Rettungsdienst alarmiert. Die Helfer konnten das Baby jedoch nicht mehr retten.

Grausige Funde von Babyleichen

Ein in Lauchhammer entdecktes Baby starb eines nicht natürlichen Todes. Es werden immer wieder Fälle in Deutschland bekannt, in denen Leichen von kleinen Kindern entdeckt wurden. Die Nachrichtenagentur dpa dokumentiert einige Funde.

Februar 2011: Polizisten finden die Überreste eines toten Babys im Garten der Eltern in Jüterbog (Teltow-Fläming). Die Mutter und ihr Ex-Partner sollen das Baby nach der Geburt 2009 vergraben haben.

Januar 2011: In einem Kleidercontainer im sächsischen Schwarzenberg wird eine Babyleiche entdeckt. Laut Obduktion ist der neugeborene Junge erstickt worden. Die Polizei geht von einem Verbrechen aus. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Chemnitz gibt es bei den Ermittlungen trotz Mithilfe der Bevölkerung noch keinen Durchbruch.

Dezember 2010: Eine 20-Jährige in Berlin wirft ihren Jungen kurz nach der Geburt aus einem Wohnungsfenster in den Schnee. Das Baby überlebt nur wenige Stunden. Das Berliner Landgericht verurteilt die Mutter wegen Totschlags zu zwei Jahren Jugendstrafe mit Bewährung.

November 2008: Im hessischen Mittenaar bringt eine 21 Jahre alte Frau ein Baby zur Welt, packt es in eine Tüte und steckt es in eine Mülltonne. Als die Polizei das Kind findet, ist es tot.

Mai 2008: In einer Gefriertruhe in Wenden (Nordrhein-Westfalen) werden drei Leichen entdeckt. Vor Gericht gesteht die 44-jährige Mutter, die Mädchen 1986, 1988 und 2004 geboren und nach deren Tod dort versteckt zu haben. Wegen zweifachen Totschlags wird sie im Dezember 2008 zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt, eine Tat ist verjährt.

April 2008: In einer Müll-Sortieranlage im sächsischen Wiesenbad liegt ein toter männlicher Säugling auf dem Förderband. DNA-Proben führen die Ermittler auf die Spur der 17 Jahre alten Mutter.

Dezember 2007: Eine 17-Jährige erdrosselt einen Jungen kurz nach der Geburt in der elterlichen Wohnung im brandenburgischen Schwarzheide. Das Landgericht Cottbus verurteilt die Frau zwei Jahre später zu einer Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten.

April 2007: Im Tiefkühlschrank einer Erfurter Wohnung werden zwei tote Säuglinge gefunden. Eine 35-Jährige gesteht, die Kinder nach der Geburt in eine Mülltüte gewickelt und in den Gefrierschrank gelegt zu haben. Die Babys hätten nicht zu ihren Berufsplänen gepasst.

Oktober 2007: Ein totes, neugeborenes Mädchen wird in Neudietendorf (Thüringen) in einem Müllcontainer entdeckt. Eine psychisch kranke 39-Jährige hat es dort abgelegt.

Oktober 2006: Wegen der Tötung ihres Babys in einem Kölner Café wird eine Kinderpflegerin zu vier Jahren Haft verurteilt. Die Frau hatte ihren gerade in der Toilette des Cafés entbundenen Säugling in einen Mülleimer gesteckt. Das Baby erstickte.

Juli 2005: In einer Garage im brandenburgischen Brieskow- Finkenheerd werden bei einer Entrümpelung neun Babyleichen entdeckt. Sie liegen in einem mit Sand gefüllten Aquarium, in Eimern und Blumenkübeln. Die Mutter wird wegen Totschlags zu 15 Jahren Haft verurteilt.

( dpa(nb )