Keine Einigung

Lösung für BBI-Flugrouten wieder in weiter Ferne

Die Fluglärm-Situation für Zeuthen, Erkner, Köpenick und die Müggelsee-Anrainer sei laut Kommission so nicht lösbar. Vor allem weil die Anträge der Anwohner widersprüchlich seien. Nun gehe das Problem zur Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung zur Prüfung und Abwägung übergeben.

Die Flugrouten für den künftigen Hauptstadtflughafen in Berlin-Schönefeld bleiben unklar. Der Berliner Leiter der Deutschen Flugsicherung, Hans Niebergall, lehnte es am Montag ab, die Routenvarianten, die er für realisierbar hält, zum jetzigen Zeitpunkt einzugrenzen. Nach der vorletzten Sitzung der Fluglärmkomission sagte Niebergall, er habe wiederholt, „dass wir alle Vorschläge sorgfältig prüfen und in unsere Abwägung mit einbeziehen“.

Auch die Kommissionsvorsitzende Kathrin Schneider hielt sich bedeckt. Sie wollte die Chancen der Ausschussempfehlung vom 9. Mai nicht bewerten, wonach Maschinen bei Starts nach Westen den Südwesten Berlins, Teltow, Kleinmachnow, Stahnsdorf und Potsdam in einem großen Bogen umfliegen sollen. Dies würde Zehntausende Anwohner von Lärm verschonen.

Bei dieser Variante müssten die Jets aber teilweise Umwege fliegen, was die Fluggesellschaften Sprit und Geld kostet. Ein längerer Geradeausflug könnte nach früheren Äußerungen Niebergalls auch einen kontinuierlichen Flugbetrieb erschweren, weil sich die Flugzeuge nach dem Start erst später in die diversen Himmelsrichtungen verteilen.

Schneider berichtete, die Fluglärmkommission habe sich am Montag mehrheitlich darauf verständigt, über die mehr als 90 Anträge nicht einzeln abzustimmen. Teilweise hätten Anträge einer Bürgerinitiative genau das Gegenteil von dem einer anderen gefordert. Für die Landungen empfahl die Kommission, für den Beginn des Anfluges einen Punkt auszuwählen, die nicht über besiedeltem Gebiet liegt. Auch soll die Möglichkeit eines verküzten Landeanflugs geprüft werden, sagte Schneider. Zuletzt hatten Bürgerinitiativen in der Müggelsee-Region ihre Sorge geäußert, sie könnten direkt unter der künftigen Einflugschneise liegen.

Für den 6. Juni ist die Schlussberatung der Fluglärmkommission terminiert. Deren Empfehlungen sind nicht bindend, die Kommission berät lediglich die Flugicherung. Die Abflugverfahren und die Anflugstrecken seien aus seiner Sicht bereits abschließend beraten worden, sagte Niebergall. „Auf dieser Basis werden wir mit der Abwägung beginnen und diese noch im zweiten Quartal sbschließen“, um sie dann dem Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung vorzulegen.

Eine endgültige Entscheidung zu den Flugrouten wird erst im Frühjahr 2012 erwartet. Der Flughafen soll am 3. Juni 2012 eröffnen.