Staatsanwaltschaft

Anklage erhoben gegen Kidnapper von Kleinmachnow

Wegen erpresserischen Menschenraubs muss sich ein 44-jähriger Mann in Brandenburg verantworten. Er hatte im Februar ein vierjähriges Mädchen in einer Einfamilienhaussiedlung in Kleinmachnow entführt. Nach einem 13-stündigen Drama brachte ihn die Polizei in ihre Gewalt.

Nach der Entführung eines vierjährigen Mädchens im Februar in Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) hat die Staatsanwaltschaft Potsdam Anklage gegen den mutmaßlichen Täter erhoben. Dem 44-jährigen Mann werde erpresserischer Menschenraub in Tateinheit mit schwerer räuberischer Erpressung vorgeworfen, sagte Staatsanwalt Ralf Roggenbuck am Donnerstag. Der Beschuldigte müsse sich vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Potsdam verantworten. Ihm drohten mindestens fünf Jahre Haft.

Das vierjährige Mädchen war am 10. Februar in einer Einfamilienhaussiedlung in Kleinmachnow entführt worden. Ein maskierter Mann hatte das Kind ergriffen und die 41 Jahre alte Mutter vor ihrem Wohnhaus mit einer Sichel bedroht. Auf einem Zettel forderte der Täter ein Lösegeld in Höhe von 60.000 Euro.

Vierjährige war 13 Stunden in seiner Gewalt

Der Mann behielt das Kind rund 13 Stunden in seiner Gewalt. Nach einer Geldübergabe ließ er das Kind unverletzt frei. Anschließend wurde er von einem Sondereinsatzkommando überwältigt, denn die Polizei hatte nach der Lösegeldübergabe die Verfolgung aufgenommen. Bei dem mutmaßlichen Täter handelte es sich um einen geschiedenen 44-jährigen Vater von drei Kindern. Sein Tatmotiv waren offenbar Geldsorgen.

Der Beschuldigte hatte die Tat nach seiner Verhaftung gestanden. Bei der Vernehmung sagte er, er sei verzweifelt gewesen und bereue sein Vorgehen. Den Ermittlungen zufolge hat der Beschuldigte in den vergangenen Jahren mehrmals den Wohnort gewechselt. Seinen Lebensmittelpunkt hatte er lange Zeit in Berlin, dort betrieb er eine Confiserie und einen Tierfutterhandel. Zeitweilig wohnte der Mann aber auch in Kleinmachnow. Seine eigenen Kinder waren zum Tatzeitpunkt sechs, sieben und neun Jahre alt.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft Potsdam ist der Mann voll schuldfähig, er sitzt derzeit weiterhin in Untersuchungshaft.