Arbeitsmarkt

Auch Polen machtlos gegen Fachkräftemangel

Brandenburgs und Polens Arbeitsmärkte wachsen durch die bevorstehende Freizügigkeit zusammen. Doch auch wenn ausländische Arbeitnehmer aus der Woiwodschaft Lubiskie kommen werden, wird das den drohenden Fachkräftemangel nicht beseitigen können.

Die Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes für Osteuropa am 1. Mai gilt als große Chance. Die Arbeitsmärkte Brandenburgs und Polens wachsen zusammen, sagte Wolfgang Schroeder, Arbeitsstaatssekretär, am Mittwoch in Potsdam. Dennoch werde der drohenden Fachkräftemangel dadurch nicht gelöst. „Wir wollen uns nicht gegenseitig Fachkräfte abwerben, sondern uns austauschen und den gemeinsamen Arbeitsmarkt entwickeln.“

In Brandenburg verdienten die Menschen im Durchschnitt immer noch 23 Prozent weniger als in Westdeutschland. „Dass weiß man auch in Polen“, sagte Schroeder. Zudem habe Polen selbst eine große Nachfrage an Fachkräften. Sie gilt vom 1. Mai an für acht weitere EU-Staaten. Arbeitnehmer können dann ohne Beschränkungen in Deutschland arbeiten.

Tomasz Gierczak, Vorstandsmitglied der an Brandenburg grenzenden Woiwodschaft Lubuskie, erklärte, Polen freue sich, dass ein gemeinsamer grenzüberschreitender Wirtschafts- und Sozialraum an Oder und Neiße geschaffen werde. „Dass bietet Deutschen und Polen eine bessere Zukunftsperspektive.“

In Brandenburg arbeiten derzeit rund 2300 Menschen mit Genehmigung der Bundesagentur für Arbeit aus den acht EU-Staaten, für die die Arbeitnehmerfreizügigkeit gilt. „Wir gehen davon aus, dass es im Jahr 2015 insgesamt rund 9000 Menschen sein werden“, sagte Schroeder. Er sprach sich für einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn aus. Auch das Arbeitnehmerentsendegesetz müsse endlich auf alle Branchen ausgeweitet werden.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) geht davon aus, dass es in diesem Jahr ausreichend Saisonkräfte für die Landwirtschaft gibt. Eine Gefährdung der Obst- und Gemüseernte wie in den Jahren, als Saisonkräfte wegen zu restriktiver politischen Vorgaben knapp waren, werde es nicht geben, teilte der Verband mit.